Erwartungen übertroffen: 31 Millionen 9-Euro-Tickets nach einem Monat

Das 9-Euro-Ticket verkauft sich besser, als der Verband der Verkehrsunternehmen erwartet hat. 21 Millionen Tickets wurden direkt verkauft.

Artikel veröffentlicht am , Daniel Ziegener
Seit Einführung des 9-Euro-Tickets gab es in Hamburg weniger Staus.
Seit Einführung des 9-Euro-Tickets gab es in Hamburg weniger Staus. (Bild: Alexander Bagno/Unsplash)

Das 9-Euro-Ticket verkauft sich weiterhin gut - und sogar besser als vom Verband der Verkehrsunternehmen erwartet. Zusätzlich zu den zehn Millionen Tickets, die bestehende Abonnements ersetzt haben, seien 21 Millionen weitere 9-Euro-Tickets direkt verkauft worden, heißt es in einer Pressemitteilung des VDV. Der Verband hatte mit 30 Millionen gerechnet.

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Schon vor einem Monat feierte Bundesverkehrsminister Volker Wissing die Marke von bundesweit sieben Millionen verkauften Tickets. "Die Nachfrage in der Bevölkerung ist seit Verkaufsbeginn ungebrochen hoch und auch die Zufriedenheitswerte bei der Nutzung des Tickets bleiben auf konstant hohem Niveau", so VDV-Präsident Ingo Wortmann.

"Zudem zeigt sich inzwischen in der Marktforschung, dass die Mehrheit unserer Kundinnen und Kunden das 9-Euro-Ticket nicht für Ausflugs- oder Urlaubsfahrten nutzt, sondern im Alltag", so Wortmann weiter. Eine gemeinsame Erhebung von VDV und Deutscher Bahn zeige, dass 53 Prozent der Fahrgäste das 9-Euro-Ticket für alltägliche Erledigungen nutze. 39 Prozent würden es für den Arbeitsweg nutzen, hingegen nur 14 Prozent für Urlaube. Da das Ticket auf Regionalbahnen ausgelegt ist, ist ein ICE bei Fernreisen die bessere Option, fand auch Golem.de im Selbstversuch.

Auch Daten von Tomtom scheinen die Aussage Wortmanns zu bestätigen. Eine aktuelle Analyse des Verkehrsdatenspezialisten zeigte in fast allen untersuchten Städten einen Rückgang von Staus im Vergleich zur Zeit vor Einführung des 9-Euro-Tickets.

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Gleichzeitig mahnt Wortmann, dass die Branche auch nach Ende des 9-Euro-Tickets im September größere Finanzierungssicherheit braucht. Die Verkehrsunternehmen seien durch die steigenden Strom- und Dieselpreise stark betroffen. "Wenn hier keine Lösungen gefunden werden, dann reden wir entweder über notwendige deutliche Preissteigerungen oder über Angebotseinschränkungen im ÖPNV", so der VDV-Präsident.

Angesichts der Verkaufszahlen wird bereits über eine mögliche Ausweitung des Angebots diskutiert. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes Gerd Landsberg forderte im Juni 2022, man müsse "darüber nachdenken, perspektivisch ein bundesweit gültiges, einheitliches und vergünstigtes Ticket folgen zu lassen."

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