Erster Sicherheitsbericht: Tesla erhebt Crash-Daten aller Fahrzeuge in Echtzeit

Der Elektroautohersteller Tesla hat erstmals einen Sicherheitsbericht für seine Fahrzeuge vorgelegt. Wie das kalifornische Unternehmen mitteilte(öffnet im neuen Fenster) , werden dazu seit Anfang 2018 die Daten der vernetzten Fahrzeugflotte auf neue Weise ausgewertet. "Der neue Datenfluss ermöglicht es uns, die wichtigsten flottenweiten Statistiken genau dann zu sammeln, wenn ein unfallbezogenes Ereignis vom System erkannt wird" , hieß es weiter. Welche Daten genau erhoben werden, teilte Tesla nicht mit.
Der Datenauswertung des dritten Quartals zufolge ereignete sich bei Fahrzeugen, die sich im sogenannten Autopilot-Modus befanden, alle 5,38 Millionen Kilometer ein Unfall oder Beinaheunfall (crash-like event). Bei Fahrten ohne die aktivierten Fahrassistenzsysteme sei es alle 3,1 Millionen Kilometer zu einem Unfall oder Beinaheunfall gekommen. Nach Angaben der US-Verkehrsicherheitsbehörde NHTSA ereignet sich insgesamt in den USA statistisch alle 792.000 Kilometer ein Verkehrsunfall.
Wichtige Daten fehlen
Die Tesla-Statistik lässt sich jedoch nicht ohne weiteres als Beleg werten, dass das Fahren im Autopilot-Modus sicherer ist. Denn die Systeme wie der Abstandsregeltempomat mit Lenkassistent (Autopilot) sollen eigentlich nur auf Autobahnen oder autobahn-ähnlichen Straßen aktiviert werden. Gemessen an den gefahrenen Kilometern gelten Autobahnen jedoch als sicherster Straßentyp. So gab es im vergangenen Jahr in Deutschland statistisch 0,4 Unfälle mit Personenschaden pro Millionen Fahrzeugkilometer ( PDF(öffnet im neuen Fenster) ). Auf Autobahnen lag der Wert hingegen mehr als vier mal so niedrig bei 0,09.

Tesla teilte jedoch nicht mit, auf welchen Straßentypen sich die Unfälle jeweils ereigneten und wie viele Unfälle oder Beinaheunfälle es insgesamt gegeben hat. Im Mai 2018 war es im Silicon Valley zu einem tödlichen Unfall mit einen Tesla gekommen, weil sich der Fahrer offenbar zu sehr auf die automatisierten Funktionen seines Model X verlassen hatte .
Unfallfahrer werden ausgefragt
Das Unternehmen will jedoch nicht nur automatisiert seine Unfallstatistiken verbessern. So sollen die Fahrer nach einem gemeldeten Unfall nicht nur telefonisch gefragt werden, ob sie Notfallhilfe brauchen. Sie sollen bei den Anrufen auch angeben, ob sie verletzt wurden oder eine Anmerkung zum Sicherheitssystem des Fahrzeugs haben.
Allgemeine Unfallstatistiken zu Elektroautos sind bislang nicht bekannt. Für eine höhere Sicherheit dürfte sprechen, dass durch die starke Beschleunigung Überholvorgänge schneller abgeschlossen werden können. Der Strombedarf bei hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn dürfte dazu beitragen, dass Elektroautos eher langsamer als vergleichbar motorisierte Fahrzeuge unterwegs sind.



