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Erster Kampfeinsatz: US-Militär schickt Drohnenboote gegen Iran

Drei autonome Wasserfahrzeuge haben laut US-Militär einen Marinestützpunkt im Iran angegriffen. Das US-Kommando spricht von einer Premiere.
/ Michael Linden
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Saronic Corsair (Bild: Saronic)
Saronic Corsair Bild: Saronic

Das US-Zentralkommando Centcom teilt mit(öffnet im neuen Fenster), dass drei autonome Überwasserfahrzeuge einen koordinierten Angriff auf eine Marineeinrichtung im Iran ausgeführt haben. Das Kommando bezeichnet die Aktion als Ersteinsatz dieser Art für eine große Marinemacht.

Laut Centcom fand die Operation am 12. Juli 2026 statt. Ein US-Beamter sagte USNI News(öffnet im neuen Fenster), die Operation habe direkt unter dem Kommando von Centcom gestanden. Sie sei weder Teil der Task Force 59 der Fünften Flotte gewesen, die unbemannte Operationen in der Region sonst beaufsichtigt, noch von der US Navy geleitet worden. Ziel war ein erhöhtes Trockendock im Marinestützpunkt Bandar Abbas, in dem iranische Schiffe und U-Boote repariert werden sollen.

Die drei Saronic Corsair Boote(öffnet im neuen Fenster) sind jeweils etwa 7,3 Meter lang und besitzen einen Rumpf aus Verbundwerkstoff. Berichten zufolge näherten sie sich dem Dock aus verschiedenen Richtungen unter autonomer Steuerung.

Drohnenboote sind im modernen Kriegsgeschehen längst keine Seltenheit mehr. Die Ukraine setzt sie wiederholt gegen russische Schiffe im Schwarzen Meer ein. Neu ist laut Centcom, dass nun erstmals eine große Marinemacht denselben Ansatz gegen eine befestigte Anlage anwendet.

US-Taktik folgt asymmetrischen Drehbuch

Seit Jahrzehnten geraten größere Streitkräfte gegenüber kleineren, weniger finanzierten Gegnern in die Defensive, wenn diese asymmetrische Taktiken anwenden. Auch die iranische Marinedoktrin setzt seit Langem auf dieses Prinzip. Das sogenannte Schwarm-Konzept schickt schnelle, günstige Patrouillenboote mit Lenkwaffen, Raketen und Haftminen gegen größere, teurere Ziele.

Der Corsair-Angriff wendet eine ähnliche Logik in umgekehrter Richtung an. Günstige, unbemannte Boote erreichten einen gegnerischen Hafen direkt, ohne Seeleute in Gefahr zu bringen.

Centcom weist zudem auf Unterschiede in den Fähigkeiten zwischen den eigenen Corsair-Booten und den kommerziell gebauten Drohnenbooten hin, die anderswo im Einsatz sind. Die Corsair-Boote nutzen Berichten zufolge eigens entwickelte KI-Steuerungssysteme und Sensoren statt angepasster ziviler Bauteile. Hinzu kommen Rumpfformen, die eine Entdeckung erschweren sollen.

Im vergangenen Monat führte laut Centcom ein Corsair-Boot die erste autonome Such- und Rettungsmission dieser Art durch und rettete zwei Besatzungsmitglieder eines abgestürzten Apache-Hubschraubers der US-Armee aus dem Meer vor der Küste Omans.


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