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Erste Stimmen zur neuen App: Threads soll weniger kompliziert als Mastodon sein

Mittlerweile haben einige Medien Metas neue App Threads ausprobiert und sind teilweise ganz angetan, kritisieren aber die Feed-Generierung.
/ Andreas Donath
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Threads (Bild: Meta)
Threads Bild: Meta

Threads ist die neue Microblogging-Plattform von Meta , die Teil des dezentralisierten sozialen Webs werden soll. Dazu verwendet sie das gleiche Standardprotokoll wie Mastodon, Activitypub. Threads ist eine von Facebook, Whatsapp und Instagram getrennte App mit einer eigenen Nutzerbasis. Instagram-Nutzer können sich mit ihrem Instagram-Konto anmelden. In der EU ist Threads nicht verfügbar und wird zum Start keine Föderation unterstützen.

Mastodon-Gründer Eugen Rochko schreibt(öffnet im neuen Fenster) , dass Mastodon keine privaten Daten außerhalb des Servers verschickt, auf dem der Account gehostet wird. Server von Drittanbietern können nicht auf die privaten Daten des Nutzers zugreifen oder sie im Internet tracken. Meta werde nicht in der Lage sein, Werbung in die Benutzeroberfläche auf Mastodon einzufügen. Der Home-Feed werde vom eigenen Server auf der Grundlage der Personen und Hashtags, denen gefolgt wird, berechnet.

Meta sammelt zwar Daten über die Threads-App, aber das betrifft nur die Nutzer von Threads direkt. Die Interoperabilität zwischen Mastodon und Threads wird von Rochko für die Zukunft erwartet, aber es obliegt dem Betreiber des Mastodon-Servers, die Kommunikation mit Threads zu ermöglichen. Jeder Mastodon-Server hat seine eigenen Moderationsrichtlinien, und Threads werde in dieser Hinsicht nicht anders sein, so Rochko.

Werbefreiheit soll neue Nutzer locken

Instagram-Chef Adam Mosseri sagte deutlich(öffnet im neuen Fenster) , dass Metas neue App Threads Twitter herausfordern soll. Die App öffnet einen Feed, der der Timeline von Twitter ähnelt, und ermöglicht es Nutzern, jedem zu folgen, dem sie bereits auf Instagram folgen. Threads konzentriere sich auf öffentliche Unterhaltungen und biete eine offene und freundliche Umgebung, anders als Twitter. Threads setze auch auf Dezentralisierung und Interoperabilität mit Diensten wie Mastodon, so Mosseri. Threads wolle robuste Moderations- und Community-Richtlinien beibehalten. Die App sei derzeit werbefrei, wobei der Schwerpunkt darauf liege, Nutzer zu gewinnen, so der Instagram-Chef. Meta plane, Threads weltweit zu expandieren, sieht sich aber mit Problemen bei der Einhaltung der Vorschriften in der Europäischen Union konfrontiert, sagte Mosseri.

Anmelden ohne Warteschlange

Der britische Guardian(öffnet im neuen Fenster) probierte Threads bereits aus und berichtete, dass die App ein benutzerfreundliches Erlebnis bietet und sich nahtlos mit Instagram integrieren lässt. Sie bietet ein Microblogging-Erlebnis ähnlich wie Twitter, mit Funktionen wie Likes, Reposts, Antworten und Zitieren von Threads. Die Beiträge sind auf 500 Zeichen begrenzt und können Links, Fotos und Videos von bis zu fünf Minuten Länge enthalten. Threads verwendet keine Hashtags wie Twitter und erlaubt es Nutzern, bis zu 10 Fotos in einem einzigen Beitrag zu teilen, ähnlich wie bei Instagram, schreibt der Guardian. Die App sei in über 100 Ländern verfügbar, nicht jedoch in der Europäischen Union.

Videos lassen sich auch posten

Auch Cnet(öffnet im neuen Fenster) probierte die App schon aus und beschreibt deren Möglichkeiten. Benutzer können sich demnach mit ihren Instagram-Anmeldedaten anmelden und ihre Benutzernamen, Follower und ihren Verifizierungsstatus beibehalten. Die App erlaubt Textbeiträge, kann aber auch Videos von bis zu 5 Minuten Länge veröffentlichen. Sie ist mit dem Instagram-Konto des Nutzers verbunden und ermöglicht so das einfache Teilen von Threads-Posts auf Instagram Stories oder anderen Plattformen. Der Feed enthält Inhalte von gefolgten Konten und bietet Empfehlungen für unentdeckte Inhalte. Die Benutzer haben die Kontrolle über die Sichtbarkeit von Posts und können bestimmte Wörter aus ihrem Feed filtern.

Feed-Generierung verbesserungswürdig

Ben Werdmuller von Werd I/O(öffnet im neuen Fenster) unterzog die App ebenfalls einem ersten Test und schreibt unter anderem, dass Threads den Registrierungsprozess vereinfacht – im Gegensatz zu anderen dezentralen Microbloggingdiensten, die oft Wartezeiten aufweisen. Nicht ganz zufrieden ist Werdmuller mit der Auswahl der Inhalte. Der Feed priorisiere Inhalte von Influencern und bestehenden Instagram-Freunden und führe erst nach und nach Inhalte von Threads-Nutzern in den eigenen Feed ein.

Er hebt allerdings hervor, dass das Finden und Hinzufügen von Freunden bei Threads einfacher sei bei Mastodon, da es eine Option Freund hinzufügen gebe.

Threads bietet seiner Meinung nach im Vergleich zu Mastodon zudem ein weniger intellektuelles Inhaltserlebnis und sei damit auch für Gelegenheitsnutzer leichter zugänglich.


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