ERROR 1830: Versicherte zahlen bei Computerreparatur erheblich mehr
Bei der Reparatur von Computern werden bei vorhandenem Versicherungsschutz überhöhte Rechnungen geschrieben. Das ergab ein Feldexperiment(öffnet im neuen Fenster) von Rudolf Kerschbamer von der Universität Innsbruck und Daniel Neururer vom Institut für Wirtschaftstheorie, -politik und -geschichte gemeinsam mit Matthias Sutter vom Institut für Finanzwissenschaft. Versicherte bekamen nicht benötigte Reparaturteile eingebaut und zusätzliche Arbeitszeit verrechnet.
"Vermuten die Experten, dass eine Versicherung die Kosten trägt, dann kommt es zur Überversorgung mit Ersatzteilen und zur Überbezahlung von Arbeitszeit" , erklärte Kerschbamer. In dem Experiment wurden manipulierte Computer in 61 von 251 in Österreich registrierten Reparaturbetrieben abgegeben. "Für unsere Studie kauften wir fünf identische und perfekt laufende Computer. In jedem beschädigten wir bewusst eines der RAM-Module" , erklärte Sutter. So wurde beim Booten die Fehlermeldung erzeugt: " ERROR 1830: Invalid memory configuration-power off and install a memory module to Slot-0 or the lower slot."
"Leider kenne ich mich damit überhaupt nicht aus"
Bei der Fehlerbeschreibung im Geschäft verwendeten die Wissenschaftler immer dieselbe Aussage: "Beim Starten des Computers erschien eine Fehlermeldung. Leider kenne ich mich damit überhaupt nicht aus und würde ihn gerne reparieren lassen."
Die Hälfte der Reparaturgeschäfte verließ das Team mit der Bitte um eine Rechnung, um den Betrag anschließend überweisen zu können. Die andere Hälfte baten sie um eine Rechnung, allerdings mit dem Zusatz, dass die Kosten schlussendlich von einer Versicherung gedeckt würden, sagte Kerschbamer. Dieser Halbsatz führte zur Erhöhung der Kosten.
Sutter: "Im Durchschnitt lagen in unserem Experiment die Reparaturkosten für einen Computer ohne Versicherungsschutz bei 70 Euro. Wurde der Dienstleister darüber informiert, dass eine Versicherung die Rechnung übernimmt, dann wurden im Schnitt etwa 80 Prozent mehr verrechnet." Der Bericht ist im Magazin Proceedings of National Academy of Science (PNAS) erschienen.
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