Abo
  • Services:

Erreichbarkeit: Gewerkschaft fordert E-Mail-Stopp nach Feierabend

Die größte Gewerkschaft der Welt will die ständige Erreichbarkeit von Arbeitnehmern eindämmen. Der neue IG-Metall-Chef Wetzel fordert dazu eine gesetzliche Regelung.

Artikel veröffentlicht am ,
Erreichbarkeit: Gewerkschaft fordert E-Mail-Stopp nach Feierabend
(Bild: Thomas Lohnes/Getty Images)

E-Mails nach Feierabend checken, noch kurz eine Frage per SMS abklären: In Zeiten ständiger Erreichbarkeit durch Smartphones und andere Geräte hat sich die Arbeitszeit für viele Beschäftigte längst in die Abendstunden ausgedehnt. Nach Ansicht des neuen IG-Metall-Chefs Detlef Wetzel soll diese Praxis per Gesetz eingedämmt werden. "Die Digitalisierung darf nicht dazu führen, dass Arbeitnehmer rund um die Uhr erreichbar sind", sagte Wetzel der Bild-Zeitung vom Freitag.

Stellenmarkt
  1. ASK Chemicals GmbH, Hilden
  2. Bundeskriminalamt, Wiesbaden

"Die neue Koalition muss hier strenge Regeln gegen Stress im Job und zu Hause vereinbaren." Nach Ansicht des IG-Metall-Chefs ist es "unzumutbar", dass immer mehr Beschäftigte außerhalb der regulären Arbeitszeit E-Mails oder SMS von Vorgesetzten bekommen. Einer Umfrage zufolge waren schon vor zweieinhalb Jahren 88 Prozent der Beschäftigten nach Feierabend für Kunden, Kollegen oder Vorgesetzte per Internet oder Handy erreichbar.

VW schaltet Mailweiterleitung ab

Entsprechende Regelungen gegen die ständige Erreichbarkeit haben verschiedene Unternehmen bereits getroffen. So hat VW vor zwei Jahren eine Betriebsvereinbarung unterzeichnet, wonach die Mailserver für die damals mehr als 1.000 Firmen-Blackberrys der deutschen Mitarbeiter eine halbe Stunde nach Ende der Gleitzeit heruntergefahren werden. Ähnliche Regelungen soll es Medienberichten zufolge auch bei Eon, Puma, BMW und der Telekom geben.

Auch das Bundesarbeitsministerium vereinbarte Ende August laut Süddeutscher Zeitung, dass Führungskräfte ihre Mitarbeiter nur noch "in begründeten Ausnahmefällen" in ihrer Freizeit durch E-Mails oder Anrufe stören dürfen. Die Kernsätze des neuen Kodex lauten demnach: "Niemand, der über einen mobilen Zugang und ein Handy verfügt, ist außerhalb der individuellen Arbeitszeit verpflichtet, diese zu nutzen. Eine Selbstausbeutung der Beschäftigten soll vermieden werden." Für die Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit gelte "das Prinzip des geringstmöglichen Eingriffs in die Freizeit".

Große Koalition setzt auf betriebliche Regelungen

Dass es tatsächlich zu einer gesetzlichen Regelung kommen wird, scheint aber eher unwahrscheinlich. Die geschäftsführende Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte bereits im Juni 2012 "glasklare Regeln" in den Betrieben gefordert, "was Handykultur und Mailverkehr angeht". Dabei hatte die Ministerin darauf verwiesen, dass das Arbeitsschutzgesetz nicht nur die physische, sondern auch die psychische Gesundheit betreffe.

Ein Sprecher des Ministeriums wollte auf Anfrage von Golem.de keine Stellung zu dem Bericht nehmen, da die künftige Bundesregierung von Wetzel angesprochen worden sei. Im neuen Koalitionsvertrag wird das Thema jedoch erwähnt. Darin heißt es: "Öffentliche Verwaltung und Tarifpartner sind aufgefordert, die Rechte der Beschäftigten für eine erweiterte Arbeitsautonomie und verbesserte Work-Life-Balance für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu stärken (z. B. Regelungen zur Nichterreichbarkeit). Wir begrüßen darüber hinaus betriebsinterne Regelungen dazu." Dies deutet nicht darauf hin, dass ein möglicherweise SPD-geführtes Arbeitsministerium dazu eine gesetzliche Regelung vorlegen würde. Vielleicht wollen die Sozialdemokraten aber nicht nur beim Thema Mindestlohn den Schulterschluss mit den Gewerkschaften suchen.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 105€ (Vergleichspreis ab € 119,90€)
  2. (-80%) 1,99€
  3. 13€
  4. 34,99€ statt 59,99€ (neuer Tiefpreis!)

perl 08. Dez 2013

ach wie praktisch.

IchBinFanboyVon... 29. Nov 2013

Da gebe ich dir recht. Aber ich hab oft genug die Erfahrung gemacht, das "nicht...

derdiedas 29. Nov 2013

Na ja viele Supporties werden heute auch nicht mehr viel besser bezahlt als die besagte...

Himmerlarschund... 29. Nov 2013

Sehe ich unter'm Strich ja genauso.

Captain 29. Nov 2013

wenn es eine Firmenmail ist, soll derjenigen was auf die Finger bekommen... Spätschicht...


Folgen Sie uns
       


Smartes Feuerzeug Slighter angesehen (CES 2019)

Das smarte Feuerzeug Slighter gibt Rauchern nicht immer Feuer.

Smartes Feuerzeug Slighter angesehen (CES 2019) Video aufrufen
Asana-Gründer im Gespräch: Die Konkurrenz wird es schwer haben, zu uns aufzuschließen
Asana-Gründer im Gespräch
"Die Konkurrenz wird es schwer haben, zu uns aufzuschließen"

Asana ist aktuell recht erfolgreich im Bereich Business-Software - zahlreiche große Unternehmen arbeiten mit der Organisationssuite. Für Mitgründer Justin Rosenstein geht es aber nicht nur ums Geld, sondern auch um die Unternehmenskultur - nicht nur bei Asana selbst.
Ein Interview von Tobias Költzsch


    Karma-Spyware: Wie US-Auftragsspione beliebige iPhones hackten
    Karma-Spyware
    Wie US-Auftragsspione beliebige iPhones hackten

    Eine Spionageabteilung im Auftrag der Vereinigten Arabischen Emirate soll die iPhones von Aktivisten, Diplomaten und ausländischen Regierungschefs gehackt haben. Das Tool sei wie Weihnachten gewesen, sagte eine frühere NSA-Mitarbeiterin und Ex-Kollegin von Edward Snowden.
    Ein Bericht von Friedhelm Greis

    1. Update O2-Nutzer berichten über eSIM-Ausfälle beim iPhone
    2. Apple iPhone 11 soll Trio-Kamerasystem erhalten
    3. iPhone mit eSIM im Test Endlich Dual-SIM auf dem iPhone

    Tesla: Kleiner Gewinn, ungewisse Zukunft
    Tesla
    Kleiner Gewinn, ungewisse Zukunft

    Tesla erzielt im vierten Quartal 2018 einen kleinen Gewinn. Doch mit Entlassungen, Schuldenberg, Preisanhebungen beim Laden, Wegfall des Empfehlungsprogramms und zunehmendem Wettbewerb durch andere Hersteller sieht die Zukunft des Elektroauto-Herstellers durchwachsen aus.
    Eine Analyse von Dirk Kunde

    1. Tesla Model 3 Tesla macht alle Varianten des Model 3 günstiger
    2. Kundenprotest Tesla senkt Supercharger-Preise wieder
    3. Stromladetankstellen Tesla erhöht Supercharger-Preise drastisch

      •  /