Erpressungstrojaner: Kaspersky erklärt Coinvault und Bitcryptor für tot
Die weit verbreiteten Erpressungstrojaner Coinvault und Bitcryptor seien tot, sagt der Antivirenhersteller Kaspersky. Verschlüsselungstrojaner sind seit Jahren ein Ärgernis für PC- und Smartphonenutzer. Nachdem die mutmaßlichen Programmierer der Malware im September in den Niederlanden festgenommen wurden, konnten jetzt mehr als 14.000 geheime Schlüssel sichergestellt werden – es besteht also Hoffnung für Opfer von Coinvault und Bitcryptor.
Die niederländische Polizei hat bei der Verhaftung der Malware-Programmierer nach eigenen Angaben mit Kaspersky zusammengearbeitet. Bereits am 14. September 2015 wurden die mutmaßlichen Urheber der Software in Amersfoort in den Niederlanden festgenommen. Bei der Festnahme wurden zahlreiche Geräte beschlagnahmt – im Zuge der Ermittlungen erhielt die Polizei auch Zugriff auf einen der Command-and-Control-Server.
Malware-Programmierer nutzten stärkere Verschlüsselung
Die Ermittler gaben die Daten an das Kaspersky-Team weiter. Bei einer Untersuchung der Malware(öffnet im neuen Fenster) stellten die Malware-Experten Jornt van der Weil und Santiago Pontiroli fest, dass der Trojaner die Nutzerdaten mit 256-Bit-AES verschlüsselt und den Cipher-Feedback-Mode (CFB) nutzt. CFB ist eine selbstsynchronisierende Stromchiffre – in früheren Versionen der Malware wurden noch Blockchiffren mit 128-Bit-AES und Blockchiffren genutzt.
Aus den Daten des Command-and-Control-Servers konnten die Sicherheitsforscher nach eigenen Angaben außerdem mehr als 14.000 geheime Schlüssel extrahieren. Zusammen mit der Information über das verwendete Verschlüsselungsverfahren waren sie in der Lage, ihr Anti-Ransomware-Werkzeug " Decryptor(öffnet im neuen Fenster) " mit den 14.000 sichergestellten Schlüsseln auf den neuesten Stand zu bringen.
Nach Angaben von Kaspersky sollten die meisten Opfer von Coinvault und Bitcryptor daher jetzt in der Lage sein, ihre Daten ohne Lösegeldzahlung wieder freizuschalten. Das FBI hatte kürzlich noch empfohlen(öffnet im neuen Fenster) , bei Ransomware-Lösegeldforderungen einfach zu bezahlen. Doch eine Garantie, dass die Daten nach einer Lösegeldzahlung wirklich freigeschaltet werden, gibt es nicht. Das BSI rät daher davon ab(öffnet im neuen Fenster) , zu zahlen.
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