Erpressung von Lösegeld: Android-Ransomware verschlüsselt Dateien
In einer Sex-App versteckt sich die Ransomware namens Android/Simplocker, die von den Sicherheitsspezialisten von Eset(öffnet im neuen Fenster) entdeckt wurde. Das Besondere an der aktuellen Schadsoftware ist, dass sie vom Betroffenen Geld erpresst und Dateien auf dem Gerät verschlüsselt. Bisher täuschte Android-Ransomware nur vor, dass Dateien verschlüsselt wurden, wie etwa kürzlich die Ransomware Android.Trojan.Koler.A .
Schadsoftware verschlüsselt diverse Dateitypen
Die neu entdeckte Schadsoftware durchsucht die Speicherkarte nach Bildern, Texten, Tabellen, PDF-Dateien und Videodaten, um diese per AES zu verschlüsseln. Der Nutzer hat dann keinen Zugriff mehr auf die Dateien. Er benötigt ein Kennwort, um an die Daten zu gelangen.
Bislang hat sich die Schadsoftware wohl nicht weit verbreitet, über den Google Play Store wird sie nicht verteilt. Die Schadsoftware scheint es vor allem auf russischsprachige Nutzer abzusehen. Nachdem die App Sex.xionix mit den Schadroutinen darin manuell vom Anwender installiert wurde, erscheint ein Warnhinweis in russischer Sprache und im Hintergrund werden die gefundenen Dateien verschlüsselt.
Lösegeldforderung von umgerechnet 16 Euro
Gegen eine Zahlung von umgerechnet 16 Euro an den Dienst MoneXy versprechen die Erpresser, die verschlüsselten Dateien aus der Ferne wieder freizugeben. Es sei nicht davon auszugehen, dass nach der Lösegeldzahlung die Dateien tatsächlich freigegeben werden, meinen die Sicherheitsspezialisten von Eset. Sie empfehlen, prinzipiell nicht auf solche Erpressungsversuche einzugehen.
Schadsoftware sammelt vertrauliche Daten
Neben der Verschlüsselung von Dateien fragt die Ransomware auch vertrauliche Informationen des Nutzers ab. Dazu zählen die IMEI-Nummer des Smartphones oder Tablets, das Modell, der Gerätehersteller und die verwendete Android-Version.
Wie auch bei anderer Android-Schadsoftware müssen sich Nutzer dazu verleiten lassen, die App zu installieren, eine automatische Installation gibt es weiterhin nicht. Zudem muss das Installieren von Android-Apps außerhalb des Play Stores aktiviert sein. Standardmäßig ist es ausgeschaltet.
Wer allerdings auf seinem Gerät einen alternativen Store für Android-Apps nutzt, muss diese Option aktivieren. In Android fehlt leider eine Einstellung, mit der nur das Installieren aus alternativen Stores zugelassen wird, die manuelle Installation von APK-Dateien jedoch verbietet. Das würde es Angreifern erschweren, Schadsoftware auf fremde Geräte zu bekommen. Bis es eine solche Funktion gibt, sollte der Besitzer eines Smartphones oder Tablets sehr genau darauf achten, woher die Apps kommen, die er auf seinem Gerät installiert.
- Anzeige Hier geht es zu Hacking & Security: Das umfassende Handbuch bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



