Erosita: Russland will deutsches Teleskop ohne Erlaubnis nutzen

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine schaltete das Max-Planck-Institut sein Teleskop Erosita ab - Russland will es jetzt gegen den Willen Deutschlands nutzen.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Das Teleskop Erosita
Das Teleskop Erosita (Bild: DLR/Screenshot: Golem.de)

Die russische Raumfahrtagentur Roskosmos will das deutsche Satelliten-Teleskop Erosita trotz der von Deutschland abgebrochenen Zusammenarbeit wieder in Betrieb nehmen. "Ich habe die Anweisung erteilt, damit zu beginnen, die Arbeit des deutschen Teleskops im System Spektr-RG zusammen mit dem russischen Teleskop wiederherzustellen", sagte Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin in einem am 4. Juni 2022 ausgestrahlten Fernsehinterview.

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Das Teleskop war wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und der darauffolgenden westlichen Sanktionen gegen Moskau vom deutschen Max-Planck-Institut in den Schlafmodus versetzt worden. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat sämtliche Zusammenarbeit mit Russland beendet.

Erosita war 2019 an Bord des russischen Satelliten Spektrum-Röntgen-Gamma (Spektr-RG) mit einer Proton-Rakete ins All geschossen worden. Es dient zusammen mit einem russischen Teleskop der Weltraumbeobachtung und kann Galaxien in Millionen Kilometern Entfernung von der Erde durchleuchten. Russische und deutsche Forscher konnten gemeinsam die Daten auswerten. Ziel der gemeinsamen wissenschaftlichen Mission war unter anderem der Nachweis von Schwarzen Löchern in nahegelegenen Galaxien.

Rogosin bezeichnet DLR als Faschisten

Die nach Kriegsbeginn von Deutschland gestoppte Beobachtung will Rogosin nun einseitig mit der Quasi-Übernahme des Teleskops wieder aufnehmen. "Diejenigen, die diese Entscheidung (zum Stopp der Zusammenarbeit) getroffen haben, besitzen heute kein moralisches Recht dazu, die Forschungen für die Menschheit zu beenden, schon einzig deswegen, weil ihre faschistische Haltung der unserer Feinde ähnelt", sagte der russische Top-Manager.

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Der wissenschaftliche Leiter des Projekts Spektrum-Röntgen-Gamma, Raschid Sjunjajew, warnte hingegen vor einseitigen Schritten. Die Wiederinbetriebnahme könne nur mit dem deutschen Einverständnis erfolgen - ansonsten drohe das Teleskop kaputt zu gehen.

Rogosin, der früher russischer Botschafter bei der Nato war, profiliert sich seit geraumer Zeit als Hardliner gegenüber dem Westen. So erklärte er schon 2014 angesichts der US-Sanktionen nach der russischen Krim-Invasion, US-Astronauten sollten doch bitte künftig «mit dem Trampolin» zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. Auch im Angriffskrieg gegen die Ukraine ist er ein lautstarker Unterstützer des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

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xMarwyc 20. Jun 2022

Dürfte er immer noch ein Recht auf Asyl haben. In der Theorie. In der Praxis siehts oft...

Eheran 07. Jun 2022

Bitte was...? Die Russen geben nicht mal zu, dass überhaupt ein Krieg stattfindet. Das...

User287 07. Jun 2022

In der US Presse?

Sarkastius 07. Jun 2022

Welche denn?



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