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Landesamt hält Ablehnung weiter für möglich

Allerdings hat das Landesumweltamt auf Basis einer positiven Prognose schon mehrere Vorabgenehmigungen erteilt. Erst am Dienstag hat der zuständige Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) die "wasserwirtschaftliche Erschließung" der Fabrik gebilligt. Das sei möglich geworden, weil Tesla seinen Wasserbedarf nachträglich gesenkt habe.

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Vielen Bürgern dürfte es daher wie Ricarda Voigt ergehen, die sich wenig Hoffnung macht, über die Einwendungen das Projekt noch stoppen zu können. Dazu tragen auch Äußerungen von Versammlungsleiter Stock bei, der Anfang September in einem Interview gesagt hat: "Nach jetzigem Stand können wir keine grundsätzlichen Genehmigungshindernisse erkennen, auch nicht aufgrund der eingereichten Einwendungen." In der Verhandlungspause am Nachmittag betont Stock jedoch, dass mit den Vorabgenehmigungen die Entscheidung noch nicht vorweggenommen worden sei. Die vorgebrachten Einwände müssten alle noch berücksichtigt werden. Nach Angaben des Umweltamtes sind 895 unterschiedliche "Bedenken" gegen das Projekt vorgebracht worden.

Silly-Sängerin unterstützt Proteste

Prominente Unterstützung erhalten die lokalen Umwelt- und Bürgerinitiativen am Mittwoch durch die in Rheinland-Pfalz wohnende Silly-Sängerin Julia Neigel, die sich seit Monaten gegen die Fabrik engagiert und schon mehrere Petitionen gegen die Fabrik verfasst hat. In den ersten Verhandlungsstunden liefert sie sich Wortgefechte mit Stock und bringt ihren Unmut darüber zum Ausdruck, dass Tesla selbst das Unternehmen beauftragt habe, das für das Ergebnisprotokoll der Anhörung zuständig sei.

Christiane Schröder vom Naturschutzbund (Nabu) Brandenburg stört sich daran, dass die Anhörung nicht per Livestream übertragen wird. Denn aufgrund der Corona-Auflagen sei es nur wenigen Bürgern möglich, selbst an der Anhörung teilzunehmen. Stock lehnt mit Verweis auf die gesetzlichen Grundlagen solche "innovativen Möglichkeiten" ab, wollte es aber anschließend nicht ausschließen, dass es künftig solche Live-Übertragungen geben könnte. Lediglich für die Dutzend Medienvertreter gibt es in einem Pressezelt einen Livestream. Bild- und Tonaufnahmen der Versammlung waren jedoch verboten.

Ungewöhnliche Anhörung

Stocks erster Einschätzung zufolge ist die Tesla-Anhörung eher ungewöhnlich. Die Teilnehmer hätten einen großen Redebedarf. Buhrufe und Beifallbekundungen seien sonst nicht üblich. Die Zahl der Einwendungen liege aber für Brandenburger Verhältnisse im mittleren Bereich. Im Streit um den Bau einer großen Schweinemastanlage in der Uckermark habe es sogar 1.000 Einwendungen gegeben. Dass fast jeder dritte Einwender persönlich erschienen sei, sei eher viel. Sonst läge der Anteil eher bei zehn Prozent.

Der große Diskussionsbedarf könnte dazu führen, dass die vorgesehenen drei Tage für die Anhörung nicht ausreichen. Stock wollte keine Prognose abgeben, wann und wie die Anhörung fortgesetzt werden könnte, wenn die Halle in der kommenden Woche nicht mehr zur Verfügung stünde. Im Falle der Schweinemastanlage dauerte die Anhörung sogar elf Tage. Interessant dürften dabei die Ausführungen von Tesla werden, was tatsächlich in der Gigafactory Grünheide geplant ist. So ist derzeit immer noch unklar, ob beispielsweise Batteriezellen oder nur Akkus gebaut werden sollen. Tesla-Projektmanager Alexander Riederer sagte in der Erörterung, dass dem aktuellen Antrag zufolge keine Batteriefertigung vorgesehen sei.

Ebenfalls von Interesse sind die Fragen rund um den Wasserbedarf der Fabrik. Dafür sollten mehrere Vertreter von Wasserversorgern und Wasserbehörden Auskunft geben.

Auch wenn sie sich wenig Hoffnung macht, das Projekt noch stoppen zu können: Für Bürger wie Ricarda Voigt war es dennoch wichtig, am Mittwoch nach Erkner gekommen zu sein. Das sei für sie eine Frage des Gewissens gewesen.

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Baufortschritt seit Januar 2020

  • Im Januar 2020 stand auf dem Gelände an der A10 noch ein Kiefernwald. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Links im Hintergrund ist das Güterverkehrszentrum (GVZ) Freienbrink zu erkennen. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Vor der Rodung mussten zunächst Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg beseitigt werden. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Wald galt als erntereifer Kiefernforst. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Eine Bahnstrecke führt durch das Tesla-Gelände zu dem Güterverkehrszentrum. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Fabrik entsteht auf der Karte links unten zwischen Autobahn, Bahnstrecke und Güterverkehrszentrum. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Abkürzungen bedeuten: PT: Lackiererei, ST: Presswerk, CA: Gießerei, PL: Kunststofffertigung, BIW: Karosserierohbau, DU: Antriebsfertigung, GA: Endmontage, MP: Batteriefertigung, SE: Sitzefertigung, SU: Support (Grafik: Tesla)
  • Ende März 2020 war der Kiefernwald bereits komplett gerodet. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Obwohl die endgültige Genehmigung noch aussteht, darf Tesla auf Basis von Vorabgenehmigungen mit dem Bau beginnen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Von Osten aus lässt sich die Ausdehnung des Geländes gut erkennen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Fabrik liegt verkehrsgünstig direkt an einer Ausfahrt der A 10. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Im August 2020 hat Tesla bereits mit dem Bau der ersten Fabrikgebäude begonnen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Mehrere Straßen durchziehen das Gelände. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der Bau einer Fabrikhalle im nordwestlichen Teil ist im August am weitesten fortgeschritten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Auch im östlichen Teil wird eine Halle hochgezogen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Mehrere Baustellenzufahrten sind eingerichtet worden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Über die Bahnlinie wird unter anderem Kies angeliefert.
  • Mit Hilfe von vorgefertigten Betonteilen lässt sich ein schneller Baufortschritt erzielen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Im Jahr 2021 sollen die ersten Elektroautos in der Gigafabrik produziert werden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
Im Januar 2020 stand auf dem Gelände an der A10 noch ein Kiefernwald. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
 Erörterung zu Tesla-Fabrik: Viel Ärger, wenig Hoffnung
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DieterMieter 29. Sep 2020

Ganz klar, das muss eine Verschwörung sein

SirAstral 27. Sep 2020

Das wäre mir neu. Hast du da irgendwelche Quellen?

frac 26. Sep 2020

Ist doch eklig, diese Industrieproduktion, Staub, Dreck, und das ganze giftige CO2. In...

Ach 26. Sep 2020

Finde ich auch, dass man sinnvoller Weise das anpflanzen sollte, was hier auch natürlich...

Copper 25. Sep 2020

Vorab: kleine Korrektur meinerseits: es war eine Kiefernplantage, keine Fichtenplantage...


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