Ernst & Young: Fachbericht zur Cybersicherheit wegen KI-Fehlern zurückgezogen
Die Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young hat in Kanada einen Bericht zur Cybersicherheit zurückgezogen(öffnet im neuen Fenster), weil 72 Prozent der darin angesprochenen Inhalte von KI generiert wurden. Wie das auf die Entdeckung von KI-Inhalten spezialisierte Unternehmen GPTZero bereits am 14. Mai 2026 in einem Blogbeitrag beschrieb(öffnet im neuen Fenster), wurde der Bericht zudem mit zahlreichen halluzinierten Quellen veröffentlicht.
Betroffen ist ein Ende des Jahres 2025 veröffentlichtes 44 Seiten umfassendes Dokument von Ernst & Young Kanada, das sich mit Sicherheitslücken in Kundenbindungsprogrammen befasst. Von den darin enthaltenen 27 Referenzen waren 16 frei erfunden.
Besonders auffällig dabei war, dass Bezug auf Berichte renommierter Firmen wie Gartner und McKinsey genommen und aus diesen zitiert wurde, obwohl sie gar nicht existierten. Als Nachweise wurden auch Artikel von Wired, Bleeping Computer und Cisco Talos angeführt, deren Verlinkungen auf eine 404-Fehler-Seite führten. Ein Link zu Techcrunch führte lediglich auf eine Schlagwortseite anstatt zu einem spezifischen Artikel.
Informationslage im Internet wird vergiftet
Hinzu kam, dass sich der Bericht in zentralen Marktdaten selbst widersprach, was als typisches Anzeichen für minderwertige KI-Inhalte gewertet wurde. Auch wurden Zeiträume falsch angegeben. An einer Stelle hieß es etwa, dass Betrugsangriffe seit 2019 um 89 Prozent gestiegen seien, an anderer Stelle war es derselbe Anstieg, aber auf den Zeitraum von 2018 bis 2019 begrenzt. Eine aufgeführte Statistik wurde zudem zwei verschiedenen Quellen zugeschrieben, von denen keine die tatsächliche Quelle darstellte.
GPTZero kommt zu dem Schluss, dass der Bericht von Ernst & Young eine "Collage aus Vibe-Zitaten, Fehlattributionen, gefälschten Statistiken und KI-geschriebenem Text" sei. Ein großes Problem dabei sei, dass derartige Berichte von namhaften Firmen die Informationsgrundlage im Internet vergiften, da sie von anderen Forschern und KI-Modellen aufgegriffen und weiterverbreitet werden.
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