Erneuernbare Energien: Sand Battery speichert erneuerbaren Strom für Fernwärme

In Finnland wird ein Speicher gebaut, der Strom in Form von Wärme speichert. Damit wird im Winter geheizt.

Artikel veröffentlicht am ,
Erster Sandspeicher von Polar Night Energy in Kankaanpää: Fernwärme ohne Kohlendioxidemissionen
Erster Sandspeicher von Polar Night Energy in Kankaanpää: Fernwärme ohne Kohlendioxidemissionen (Bild: Polar Night Energy)

Für die Energiewende braucht es Speicher, die Solar- und Windstrom aufnehmen, wenn er nicht ins Netz eingespeist werden kann, und die Energie bereitstellen, wenn es draußen dunkel und eiskalt ist – für das Fernwärmenetz zum Beispiel.

Das finnische Speicher-Start-up Polar Night Energy und der finnische Fernwärmeanbieter Loviisan Lämpö wollen in Pornainen, einem Dorf nordöstlich der Hauptstadt Helsinki, eine Sand Battery bauen, die erneuerbaren Strom in Form von Wärme speichert. Diese solle im Winter in das Fernwärmenetz des Ortes eingespeist werden, teilte Polar Night Energy mit.

Das Speichermedium ist zu Sand zerkleinerter Speckstein – dieser eignet sich gut dafür, weil er Wärme besser leitet als herkömmlicher Sand. Der Sand wird mit dem Strom, der nicht eingespeist werden kann, auf 500 bis 600 Grad Celsius erwärmt. Über Wärmetauscher kann die Wärme entnommen werden.

Die Sand Battery speichert 100 Megawattstunden

Der Speicher soll etwa 13 Meter hoch und 15 Meter breit werden. Seine Heizleistung beträgt 1 Megawatt, die Kapazität liegt bei 100 Megawattstunden Wärmeenergie. Die erste Sand Battery, die Polar Night Energy in Kankaanpää in Westfinnland gebaut hat, speichert 8 Megawattstunden Wärmeenergie und liefert 100 Kilowatt. Der Bauzeit der Sand Battery in Pornainen wird voraussichtlich 13 Monate dauern.

Ziel des Projekts ist, die Kohlendioxidemissionen der Fernwärmeerzeugung in Pornainen zu verringern. Das ist auch das Ziel von Microsoft: Der Softwarekonzern speist die Abwärme seines Rechenzentrums bei Helsinki in das Fernwärmenetz von Espoo.

Alternativ kann die Wärme auch zur Stromerzeugung genutzt werden. Dann wird Dampf erzeugt, der Stromgeneratoren antreibt. Das macht ein Wärmespeicher, den Siemens in Hamburg gebaut (g+) hat. Speichermedium sind 1.000 Tonnen Steine, die maximal 130 Megawattstunden thermischer Energie speichern. Das soll ausreichen, um bis zu 3.000 Haushalte einen Tag lang mit Strom zu versorgen.

"Loviisan Lämpö ist auf dem Weg zu einer umweltfreundlicheren Energieerzeugung. Mit der Sand Battery können wir die durch Verbrennung erzeugte Energie erheblich reduzieren und vollständig auf Öl verzichten", sagte Mikko Paajanen, Chef von Loviisan Lämpö.

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Kamikater2 02:06 / Themenstart

Naja um einen Wärmespeicher sinnvoll nutzen zu können muss einerseits das Fernwärmenetz...

nightmar17 12. Mär 2024 / Themenstart

Das Ding soll ja keine Haushalte dauerhaft durch den Winter bringen, sondern nur Engpässe...

Onkel Ho 12. Mär 2024 / Themenstart

Ich vermute Mal das wird es auch nicht - Speicherlösungen müssen ja immer die Bedingungen...

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