Erneuerbare Energien: Wenn Wellen Strom erzeugen

Trotz einiger Rückschläge soll Meereskraft künftig einen erheblichen Teil unseres Strombedarfs decken. Dafür werden Ebbe und Flut, Strömungen und Wellen genutzt - in dezentralen Projekten bis hin zu Multi-Megawatt-Anlagen.

Ein Bericht von Jan Oliver Löfken veröffentlicht am
Welle (Symbolbild): Strom aus dem Meer
Welle (Symbolbild): Strom aus dem Meer (Bild: Pixabay)

15 Millionen Liter Wasser strömen pro Sekunde durch 24 Turbinen mit je 10 Megawatt (MW) Leistung. Seit mehr als 50 Jahren nutzt das Usine marémotrice de la Rance im Norden der Bretagne Ebbe und Flut zur Gewinnung von Strom.

Mit einem Tidenhub von mehr als acht Metern sind die Gezeiten an der Atlantikmündung der Rance besonders stark ausgeprägt. Ideale Bedingungen, um jedes Jahr etwa 500 Gigawattstunden Strom zu erzeugen. Und das wegen der Regelmäßigkeit der Gezeiten mit einer planbaren Zuverlässigkeit und geringen Kosten von etwa vier Cent pro Kilowattstunde. Da Gezeitenkraftwerke dieser Art eine massive Staumauer benötigen, taugen sie zudem als Pumpspeicher und liefern damit für die Balance im Stromnetz begehrte Regelenergie.

Allerdings finden sich rund um den Globus nicht viele Orte, die einen derart hohen Tidenhub aufweisen und damit für Gezeitenkraftwerke geeignet wären. Auf gut 300 Terawattstunden Strom pro Jahr schätzt Ocean Energy Systems (OES), die Plattform für Meeresenergie innerhalb der Internationalen Energieagentur (IEA), das weltweite Potenzial für Gezeitenkraftwerke. Bisher wurden nur wenige Anlagen wie das 20-MW-Kraftwerk in der ostkanadischen Fundy-Bucht oder die 1,7-MW-Anlage Kislaja Guba auf der russischen Kola-Halbinsel gebaut und teilweise schon wieder stillgelegt.

Mehr Erfolg hat das Sihwa-ho-Kraftwerk in der südkoreanischen Asan-Bucht, das heute dank eines enormen Eingriffs in die Natur mit 254 Megawatt Leistung den Weltrekord hält: Ein mehr als 12 Kilometer langer Damm wurde errichtet, der an das Gelbe Meer angrenzende Speichersee erstreckt sich über 56 Quadratkilometer. Immerhin liefert Sihwa-ho jedes Jahr etwa 550 Gigawattstunden zu konkurrenzlos günstigen 2 Cent pro Kilowattstunde.

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Nur die Severn Barrage im Bristol Channel zwischen England und Wales hätte mit mehr als 8.000 Megawatt Leistung aus 216 Turbinen alle anderen Gezeitenkraftwerke weit in den Schatten stellen können. Aber das auf rund 35 Milliarden Euro Baukosten geschätzte Projekt wurde wegen gravierender Auswirkungen auf die Umwelt und Zweifeln an der Wirtschaftlichkeit endgültig aufgegeben.

Das Potenzial für Strom aus dem Meer ist dennoch bei weitem nicht ausgeschöpft. Denn nicht nur ein hoher Tidenhub der Gezeiten lässt sich nutzen.

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Strom aus Meeresströmungen 
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SanderK 24. Sep 2019

Brot und Spiele, hat damals schon im Rom funktioniert ;-)

Kleba 23. Sep 2019

Naja, wir haben radikal mehr als 100 Jahre die Umwelt zugrunde gerichtet. Da ist es nur...

norbertgriese 20. Sep 2019

Die Wellen klatschen gegen die Hafenmole. In der Hafenmole sind Hohlräume, die Wellen...

himbuin 20. Sep 2019

Also gibt es eine ganze Menge vielversprechender Projekte. In Kombination mit den...



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