Erneuerbare Energien: Trump stoppt alle Offshore-Windprojekte an der Ostküste

Am Montag hat die Trump-Administration einen sofortigen Stopp aller Offshore-Windenergieprojekte in den Vereinigten Staaten angeordnet, wie das Wall Street Journal berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Die Maßnahme betrifft fünf Großvorhaben vor der Ostküste, die sich von Massachusetts bis Virginia erstrecken. Die geplante Gesamtkapazität dieser Anlagen beläuft sich auf nahezu sechs Gigawatt. Zum Vergleich: Diese Leistung würde ausreichen, um ganz Manhattan mit Strom zu versorgen.
Das Innenministerium begründete die Entscheidung mit Bedenken zur nationalen Sicherheit. Innenminister Doug Burgum verwies auf als geheim eingestufte Berichte des Kriegsministeriums, die potenzielle Sicherheitsrisiken durch die Nähe der Windparks zu Bevölkerungszentren an der Ostküste identifiziert hätten.
Von dem Stopp betroffen sind Vineyard Wind 1 vor Martha's Vineyard, Revolution Wind für Rhode Island und Connecticut, Coastal Virginia Offshore Wind sowie die beiden New Yorker Projekte Sunrise Wind und Empire Wind 1. Die Reaktionen an den Finanzmärkten fielen drastisch aus: Aktien des dänischen Energiekonzerns Orsted, der an zwei Projekten beteiligt ist, brachen um mehr als elf Prozent ein. Dominion Energy, Entwickler des Virginia-Projekts, verlor über fünf Prozent.
Wirtschaftliche Folgen und Branchenreaktion
Dominion Energy verteidigte sein Projekt als notwendig für die nationale Sicherheit und die wachsende Stromnachfrage in Virginia. Das Unternehmen betonte, dass der Windpark militärische Einrichtungen, Marinewerften und eine zunehmende Konzentration von Rechenzentren in der Region versorge. Nach Angaben von Dominion hatten die Bauschiffe zur Installation der Turbinen bereits abgelegt, als die Ankündigung erfolgte.
Bereits zweite Offensive gegen Windkraft
Dies ist nicht der erste Vorstoß gegen Offshore-Windprojekte: Kurz nach Amtsantritt im Januar erließ Trump Durchführungsverordnungen, die Bundesgenehmigungen und Verpachtungen für Windprojekte an Land und auf See pausieren. Damals erklärte er Anhängern, die Regierung werde "diese Windsache" nicht weiterverfolgen, und bezeichnete Windkraftanlagen als Strukturen, die ganze Nachbarschaften zerstörten.
Empire Wind war bereits im Frühjahr gestoppt worden, wurde aber nach Verhandlungen zwischen New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul und Bundesbeamten wieder freigegeben. Revolution Wind war im August trotz fortgeschrittenen Baus gestoppt worden, bis ein Bundesrichter im September die Fortsetzung der Arbeiten genehmigte .



