Erneuerbare Energien: Porto soll erstes Megawatt-Wellenkraftwerk bekommen

Strom aus dem Meer für Portugal: Das schwedisch-israelische Unternehmen Eco Wave Power will in im Norden des Landes ein Wellenkraftwerk bauen. Es soll das erste im Megawattbereich werden.
Das Wellenkraftwerk(öffnet im neuen Fenster) soll in Porto errichtet werden, einer Hafenstadt im Norden des Landes. Die Vorbereitungen für das Projekt begannen bereits im Jahr 2020. Aber erst im März dieses Jahres hat Eco Wave Power nach eigenen Angaben(öffnet im neuen Fenster) die Genehmigung erhalten.
Das Kraftwerk soll an dem Wellenbrecher vor der Stadt entstehen. Die Schwimmer des Systems werden außen angebracht. Im Innern des Bauwerks sollen die Generatoren installiert werden, die deren Bewegungen in Strom wandeln.
Wellenbewegungen treiben Hydraulikmotor an
Das von Eco Wave Power entwickelte Wellenkraftsystem(öffnet im neuen Fenster) besteht aus Schwimmern, die die anrollenden Wellen den Schwimmer in eine Auf- und Abwärtsbewegung versetzen. Dadurch werden Hydraulikkolben bewegt, die eine Flüssigkeit in Tanks leiten. In den Tanks wird Druck aufgebaut, der einen Hydraulikmotor antreiben, der wiederum einen Generator antreibt.
Das System arbeitet ab einer Wellenhöhe von einem halben Meter. Wenn die Wellen, etwa bei einem Sturm, zu hoch werden, werden die Schwimmer automatisch hochgeklappt, um Schäden zu vermeiden. Hat sich das Meer wieder beruhigt, werden sie – ebenfalls automatisch – wieder in Einsatz gebracht.
Die erste Anlage von Eco Wave Power wurde 2016 in Gibraltar in Betrieb genommen. Das 100-Kilowatt-Wellenkraftwerk versorgte die britische Exklave sechs Jahre lang mit Strom. Im Sommer 2022 wurde es demontiert und nach Los Angeles gebracht, wo es seither als Demonstrator im Einsatz ist. Eine weitere Pilotanlage steht in Tel Aviv in Israel. In der Türkei will Eco Wave Power ein Wellenkraftwerk am Schwarzen Meer bauen , das eine Maximalleistung von 77 Megawatt liefern soll.
Gezeiten und Wellen machen Strom
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Energie der Meere in elektrische Energie umzuwandeln . Eine Methode ist, den Gezeitenstrom zu nutzen, wie etwa die schwimmende Gezeitenturbine Orbital O2 vor der schottischen Inselgruppe der Orkneys oder das Gezeitenkraftwerk in der Mündung des Flusses Rance bei St. Malo in der Bretagne.
Ein anderer Ansatz ist, die Bewegung der Wellen zu nutzen. Hier gibt es an Land installierte Einrichtungen wie die von Eco World Power, aber auch schwimmende Anlagen wie das Bojenkraftwerk von Corpower vor Portugal oder das Wellenkraftwerk Uniwave in Australien.
Das Wellenkraftwerk in Porto soll eine Leistung von einem Megawatt haben. Baubeginn ist spätestens 2026. Zudem soll Eco Wave Power vier weitere Wellenkraftwerke in Porto mit einer Leistung von insgesamt 20 Megawatt errichten.



