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Gute Gründe für das Ende der Förderung

Die Rechnung ist dann einfach: Mit einer 10-Kilowatt-Anlage auf dem Dach lässt sich ohne Zwischenspeicher kaum ein Drittel selbst verbrauchen. Bei Gestehungskosten von 10 Cent je Kilowattstunden (kWh) und zwei Dritteln nicht genutzter Energie ergeben sich 30 Cent. Das schafft auch der lokale Stromanbieter. Mit fester Einspeisevergütung wären es dagegen nur 15 Cent je kWh, so dass sich die Investition tatsächlich lohnt.

Wobei es Argumente für das Ende der starren Vergütung gibt. Ist die Anlage für maximalen Ertrag nach Süden ausgerichtet, wird sie wie alle anderen optimierten Anlagen in sonnigen Mittagsstunden viel Strom einspeisen. Es droht eine Überlastung des Stromnetzes, die nur mit gezielten Kraftwerksabschaltungen verhindert werden kann.

Das ist aber kaum die Schuld der Solaranlagenbesitzer. Es fehlte und fehlt der parallele Ausbau weiterer wichtiger Strukturen, vor allem von Speichermöglichkeiten in stationären Anlagen, heimischen Akkus oder Elektroautos. Das wurde schlicht versäumt, ignoriert oder verträumt. Regionen wie Kalifornien oder Südostaustralien machen vor, wie die Schaffung solcher Strukturen schon jetzt gelingt. Die Förderung dahin umzulenken, wäre also der wesentlich sinnvollere Weg.

Große Anlagen sind nicht günstiger

Ein zweites Argument, nämlich die sehr niedrigen Stromgestehungskosten von Freiflächensolaranlagen, ist schlicht falsch. Das bringt auch einer der Beteiligten am ersten Erneuerbare-Energien-Gesetz, Hans-Josef Fell, im Interview mit der Frankfurter Rundschau(öffnet im neuen Fenster) zum Ausdruck.

Zwar lässt sich die kWh auf einer Brachfläche für 4 Cent produzieren. Gleichzeitig wird aber nicht nur wertvolles Land blockiert, außer vielleicht in paralleler landwirtschaftlicher Nutzung, sondern der Strom selbst ist erst einmal auf dem Feld, auf dem er erzeugt wurde.

Erst Wechselrichter, Transformatoren und Hochspannungsleitungen, noch ein Transformator und noch mehr Leitungen bringen ihn zum Verbraucher. Macht aus 4 Cent eher 10 oder 12 Cent, genau der Preis der Dachanlage, die den Strom direkt dorthin leitet, wo er verbraucht wird.

Werden die Überschüsse in einem großen Batteriespeicher in der Dimension von ein paar Megawattstunden gepuffert, verteuert sich das Ganze noch einmal um einige Cent, aber das ist bei der Freiflächenanlage nicht anders. Der Preisvorteil wird durch die Übertragungskosten egalisiert.


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