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Erneuerbare Energien: Fraunhofer-Institut testet Stromspeicher im Bodensee

Damit sich erneuerbare Energien durchsetzen können, sind Speichersysteme nötig, die Strom speichern, der nicht ins Netz eingespeist werden kann. Ein Fraunhofer Institut testet gerade einen solchen Speicher – indem es ihn im Bodensee versenkt.
/ Werner Pluta
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Projekt Stensea: 30 Meter große Kugeln in 700 Metern Wassertiefe (Bild: Fraunhofer IWES)
Projekt Stensea: 30 Meter große Kugeln in 700 Metern Wassertiefe Bild: Fraunhofer IWES

Strom speichern auf dem Grund des Bodensees: Vor Überlingen startet der Test eines neuartigen Speichersystems, das im Bodensee versenkt wird und Energie aus Windkraftanlagen zwischenspeichern soll. Künftig könnten solche Speicher in großer Zahl auf dem Meeresboden installiert werden.

Der Speicher ist eine Betonhohlkugel, die auf dem Grund des Bodensees nahe Überlingen versenkt wird. Dort soll der Energiespeicher vier Wochen lang getestet werden. Entwickelt wurde der Speicher von Horst Schmidt-Böcking von der Universität Frankfurt und Gerhard Luther von der Universität Saarbrücken. Das Projekt Stored Energy in the Sea(öffnet im neuen Fenster) (Stensea) wird vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik(öffnet im neuen Fenster) (IWES) in Kassel durchgeführt.

Die Kugel wird leergepumpt

Die Betonkugel funktioniert ähnlich wie ein Pumpspeicherkraftwerk, nur dass dieser Speicher mit nur einem Reservoir auskommt: Produziert ein Windkraftwerk mehr Strom als ins Netz eingespeist werden kann, wird dieser in den unterseeischen Speicher gespeist. Eine elektrisch betriebene Pumpe pumpt Wasser aus der Kugel und erzeugt so gegen den umgebenden Wasserdruck ein Vakuum. Soll die gespeicherte Energie abgerufen werden, wird ein Ventil geöffnet, Wasser strömt wieder in die Kugel und treibt dabei eine Turbine an.

Bei dem Test im Bodensee wird die Kugel mit einem Durchmesser von drei Metern in 100 Metern Tiefe stehen. "Wir werden verschiedene Tests fahren, um Detailfragestellungen zu der Konstruktion, der Installation, der Auslegung des Triebstrangs und des elektrischen Systems, der Betriebsführung und Regelung, der Zustandsüberwachung und der dynamischen Modellierung und Simulation des Gesamtsystems zu überprüfen", sagte Matthias Puchta(öffnet im neuen Fenster), Leiter des Projekts beim Fraunhofer IWES.

Die Speicherkugel im regulären Einsatz soll zehn Mal so groß sein. Dazu soll sie in weitaus größeren Tiefen versenkt werden. "Auf dem Meeresboden installierte Pumpspeicherkraftwerke können in großen Wassertiefen den hohen Wasserdruck nutzen, um mit Hilfe von Hohlkörpern Stromenergie speichern zu können", sagte Schmidt-Böcking. Wird eine 30 Meter große Kugel in einer Wassertiefe von 700 Metern ausgelegt, soll die Speicherkapazität etwa ungefähr 20 Megawattstunden betragen.


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