Erneuerbare Energien: Corpower Ocean testet Wellenkraftwerk vor Portugal

Eine Boje liefert Strom für Portugal. Sie übersteht auch schwere Stürme mit 18-Meter-Wellen.

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Schwimmendes Wellenkraftwerk: Nach den Wartungsarbeiten liefert es mehr Leistung.
Schwimmendes Wellenkraftwerk: Nach den Wartungsarbeiten liefert es mehr Leistung. (Bild: Corpower Ocean)

Das Meer ist ständig in Bewegung. Es gibt verschiedene Konzepte, diese für die Erzeugung von Strom zu nutzen. Das schwedische Unternehmen Corpower Ocean setzt auf Wellen.

Corpower Ocean testet sein Wellenkraftwerk seit August vergangenen Jahres im Atlantik vor der portugiesischen Küste. Nach einem halben Jahr sei die erste Betriebsphase erfolgreich abgeschlossen worden, teilte das Unternehmen mit. Das Wellenkraftwerk wurde für Wartungsarbeiten in die Hafenstadt Viana do Castel, etwa 70 Kilometer nördlich von Porto, geschleppt.

Das Wellenkraftwerk des schwedischen Unternehmens sieht wie eine normale Boje aus: Auf dem Wasser schwimmt ein birnenförmiger Schwimmkörper, der wie eine Boje am Meeresboden verankert ist. Die aktuelle Version C4 hat einen Durchmesser von neun Metern. Der Schwimmkörper ist 19 Meter groß. In seinem Innern befindet sich eine komplexe Mechanik, die die Auf- und Ab-Bewegungen der Boje in eine Drehbewegung wandeln. Diese treibt Generatoren an, die dann elektrischen Strom erzeugen, der dann ins portugiesische Stromnetz eingespeist wird.

Übersteht das Wellenkraftwerk Stürme?

Ziel des Tests war laut dem Unternehmen zu zeigen, dass die Technik für den kommerziellen Einsatz bereit sei: Die Bojen könnten unter normalen Meeresbedingungen effizient und verlässlich Strom erzeugen, und sie könnten auch schwere Stürme überstehen. Die beiden Parameter stellten die größten Hindernisse für eine kommerzielle Nutzung dar.

In der ersten Phase des Tests limitierte Corpower Ocean die Leistung, so dass die Boje eine Spitzenleistung von 600 Kilowatt lieferte. Bei den Wartungsarbeiten soll der Antriebsstrang angepasst werden, so dass die volle Leistung von 850 Kilowatt zur Verfügung steht.

In der ersten Testphase überstand das Wellenkraftwerk unbeschadet vier schwere Stürme. Für diese Fälle ist es mit einem Sicherungsmechanismus ausgestattet. Er dämpft die Bewegungen, so dass auch starker Seegang die Mechanik nicht beschädigt.

So konnten auch die Wellen im Sturm Domingos am 4. November 2023 dem System nichts anhaben. Diese hatten eine Höhe bis zu 18,5 Meter. "Die Überlebensfähigkeit bei Sturm war in der Vergangenheit eine der größten Herausforderungen für Wellenenergieanlagen", erläuterte Corpower Ocean.

Das erste kommerzielle Wellenkraftwerk mit mehreren Bojen soll vor der Westküste Irlands gebaut werden. In der ersten Ausbaustufe, die 2026 in Betrieb gehen soll, sollen 5 Megawatt installiert werden. In der zweiten Phase soll der Park bis 2028 auf 30 Megawatt ausgebaut werden.

Die Stromgestehungskosten der 5-Megawatt-Anlage werden bei 260 Euro pro Megawattstunde liegen. Je mehr Parks es gibt, desto niedriger werden die Gestehungskosten. Bei einer installierten Leistung von 20 Gigawatt sollen sie auf 30 bis 40 Euro pro Megawattstunde fallen.

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