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Erneuerbare Energien: China strebt Rekordwerte bei Solarthermie an

China setzt immer mehr auf eine differenzierte Energie -Versorgung, besonders, indem sich das Land unabhängig von Außenfaktoren macht.
/ Patrick Klapetz
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Symbolbild, das die Nutzung der Energieerzeugung aus der Sonne zeigen soll. (Bild: Pixabay)
Symbolbild, das die Nutzung der Energieerzeugung aus der Sonne zeigen soll. Bild: Pixabay

Am 23. Dezember 2025 wurde in China die neue politische Roadmap für die Beschleunigung der Entwicklung der Solarthermie(öffnet im neuen Fenster) vorgestellt. Bis zum Jahr 2030 sollen ungefähr 15 Gigawatt (GW) installierte Kapazität erreicht werden.

Laut der chinesischen staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua sind die Kosten für Solarthermie mittlerweile weitgehend mit denen von Kohlebefeuerung vergleichbar. Diese Kostengleichheit stärkt Chinas Bestreben, seinen Energiemix zu diversifizieren und die Wirtschaft vor starken Schwankungen des Ölpreises zu schützen.

Die chinesische Politik legt damit ihren Schwerpunkt auf die heimische Produktion. Diese soll durch weltweit führende, inländisch vollständig kontrollierbare Technologien sowie marktorientiertes und industrialisiertes Wachstum gekennzeichnet sein. Bis 2030 plant das Land, den Sektor zu einer international wettbewerbsfähigen Neuenergieindustrie auszubauen.

Was ist Solarthermie?

Die solarthermische Technologie unterscheidet sich von solaren Photovoltaiksystemen, da sie Wärme nutzt, um Flüssigkeiten wie geschmolzenes Salz zu erwärmen, was Energie speichern und eine stabilere Stromausbeute liefern kann.

Die neuen Richtlinien wurden gemeinsam von der Nationale Entwicklungs- und Reformkommission NDRC (National Development and Reform Commission) und der Nationalen Energiebehörde NEA (National Energy Administration) herausgegeben. Darin wird besonders Wert auf den Projektbau und die Erweiterung der Anwendungsszenarien gelegt. Dies soll den großflächigen Einsatz von Solarthermie erleichtern.

Nach Jahren der Entwicklung hat China bedeutende Fortschritte in den wichtigsten solarthermischen Technologien erzielt und eine führende Industriekette aufgebaut. Die Baukosten pro Kilowatt lagen vor einem Jahrzehnt bei etwa 30.000 Yuan (4.253 US-Dollar) und sind mittlerweile auf die Hälfte gesunken. Die Kosten für die Stromerzeugung sind laut Xinhua ebenfalls gesunken.

Doch laut einem NEA-Beamten steht die Branche weiterhin vor hohen Anfangsinvestitionsanforderungen und begrenztem Marktwettbewerb. Diese Probleme verlangsamten die großflächige Akzeptanz, obwohl China nach Alternativen zu Öl und Kohle sucht.

Schaffung von besseren Marktbedingungen

Um diese Hindernisse zu bewältigen, skizziert das Dokument Strategien wie die Entwicklung großvolumiger Solarthermieanlagen, die auf regionale Bedingungen zugeschnitten sind. Diese Projekte werden Solarthermik-, Wind- und Solar-Photovoltaikenergie unter koordinierten Operationen verbinden. Etwa mit einem der größten Solarparks der Welt in der chinesischen Wüste – die zudem das Ökosystem positiv verändern und die voranschreitende Wüstenbildung reduzieren soll.

Diese Initiativen zielen darauf ab, lokale Stromunterschiede zu schließen, den Netzbetrieb zu unterstützen und die Sicherheit und Stabilität der Stromversorgung zu verbessern. Zudem wird dadurch eine faire Marktbeteiligung von Solarthermie geschaffen. Regionen auf Provinzebene werden dazu aufgefordert, regionsspezifische Preismechanismen einzuführen, die Wettbewerb und operative Stabilität ausgleichen.

Die Regierung wird gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsplattformen unterstützen, die solarthermische Unternehmen mit Forschungseinrichtungen verbinden. Das Ziel ist es, dass Schlüsseltechnologien, Materialien und Ausrüstungen lokalisiert zu werden. Dies soll die technologische Selbstversorgung und die inländische Produktion von Kerngeräten verbessern.


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