Erneuerbare Energien: China baut höchstgelegenes Solarthermie-Kraftwerk der Welt
In der Autonomen Region Xizang (Tibet) haben am 6. April die Bauarbeiten für ein technologisch anspruchsvolles Energiegroßprojekt begonnen. Wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtet(öffnet im neuen Fenster) , entsteht im Kreis Dangxiong das weltweit höchstgelegene Parabolrinnen-Solarthermie-Kraftwerk. Die Anlage ist auf eine installierte Leistung von 50 Megawatt ausgelegt.
Der Standort liegt auf einer Höhe von 4.550 Metern über dem Meeresspiegel. Damit ist die Anlage zwar das höchste CSP-Projekt, wird jedoch in der Gesamtkategorie der Solarkraftwerke noch von der Caipeng-PV-Anlage(öffnet im neuen Fenster) übertroffen, die sich auf 5.228 Metern Höhe befindet.
Thermische Speicher gegen Intermittenz
Das sogenannte Wumatang-Projekt nutzt Parabolspiegel, um Sonnenlicht auf Absorberrohre zu fokussieren. Als Wärmeträgermedium dient ein spezielles Thermoöl, das die Energie auf Tanks mit geschmolzenem Salz überträgt. Im Gegensatz zu Direktsalz-Anlagen, bei denen das Salz selbst durch die Kollektoren fließt, setzt dieses Projekt auf den Wärmetausch zwischen Öl und Salz.
Dieser Flüssigsalzspeicher fungiert als thermische Batterie. Im Gegensatz zu herkömmlichen Photovoltaik-Anlagen kann das CSP-Kraftwerk die gespeicherte Wärme nutzen, um auch nach Sonnenuntergang oder bei Bewölkung bis zu sechs Stunden lang Elektrizität zu generieren. Damit adressiert das Projekt die Intermittenz erneuerbarer Energien und trägt zur Netzstabilität bei. Es folgt damit dem Beispiel des bereits 2025 in Betrieb genommenen Zabuye-Projekts, übertrifft dieses jedoch in der Betriebshöhe.
Bau unter extremen Bedingungen
Die Errichtung einer solchen Anlage in knapp 5.000 Metern Höhe stellt enorme Anforderungen an die Logistik. Die dünne Atmosphäre und extreme Temperaturschwankungen belasten Mensch und Material. Um die Arbeitssicherheit zu gewährleisten, sind die Unterkünfte mit spezialisierten Heiz- und Sauerstoffsystemen sowie Hochdruck-Sauerstoffkammern ausgestattet.
Das Projekt verfolgt zudem einen dualen Nutzungsansatz (Solar-plus-Grazing). Die Spiegelkonstruktionen sind erhöht montiert, dass Vieh unter den Anlagen weiden kann. Nach der geplanten Fertigstellung, die für das Jahr 2027 angestrebt wird, soll der Komplex jährlich rund 719 Millionen Kilowattstunden Strom liefern. Laut Hersteller CGN entspricht dies einer Einsparung von etwa 216.900 Tonnen Kohle und einer CO 2 -Reduktion von über 652.300 Tonnen pro Jahr.
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