Erneuerbare Energien: Calwave testet Wellengenerator vor Kalifornien
Strom aus dem Meer: Das kalifornische Start-up Calwave hat einen zehnmonatigen Test seines Wellengenerators abgeschlossen. Es war nach Unternehmensangaben das erste Wellenenergieprojekt in Kalifornien mit einer langen Laufzeit.
Calwave hatte vor der kalifornischen Stadt San Diego einen Wellengenerator mit der Bezeichnung X1 ausgebracht. Der war knapp ein Jahr im Dauereinsatz und hat mehrere schwere Stürme überstanden. Ursprünglich war nur ein sechsmonatiger Testbetrieb geplant, der dann aber auf zehn Monate verlängert wurde. Das Projekt wurde vom US-Energieministerium (Department of Energy, DOE) unterstützt.
Über die genaue Funktionsweise seines Wellengenerators schweigt sich Calwave aus. Das X-Wave-System(öffnet im neuen Fenster) besteht aus einer kleinen, kastenförmigen Plattform, die unter der Wasseroberfläche schwimmt. Sie ist am Meeresboden verankert. Die über sie hinweglaufenden Wellen versetzen sie in Bewegung, die in elektrische Energie gewandelt wird. Wie viel Leistung das System liefert, ist nicht bekannt.
X1 ist unter der Oberfläche
Da der Generator unter der Wasseroberfläche treibt, ist er vor Stürmen geschützt. Zudem kann er sehr starke Wellen abfedern. Bei einer Wellenhöhe von etwa 4,5 Metern schaltet sich der Wellengenerator, ähnlich wie eine Windkraftanlage, automatisch ab. X1 hatte laut Calwave über den gesamten Testzeitraum eine Betriebszeit von 99 Prozent.

Als nächstes soll Calwave für das DOE eine Version des Generators mit einer Leistung von 100 Kilowatt bauen. Die soll Teil von Pacwave(öffnet im neuen Fenster) werden. Das ist eine Testanlage für Wellengeneratoren vor der Küste des US-Bundesstaates Oregon.
Die Meere bieten fast unendlich viel Energie. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Energie der Meere in elektrische Energie umzuwandeln. Eine ist, die Kraft der Wellen zu nutzen, wie Calwave oder das schwimmende Wellenkraftwerk Uniwave in Australien.
Ein anderer Ansatz ist, den Gezeitenstrom zu nutzen. Das erste Gezeitenkraftwerk der Welt wurde in den 1960er Jahren in der Mündung des Flusses Rance bei St. Malo in der Bretagne gebaut. Die aktuell größte Gezeitenturbine wurde im vergangenen Jahr vor Schottland in Betrieb genommen.
"Unser Pilotprojekt mit der X1 hat uns wichtige Ergebnisse geliefert, die wir für die weitere Kommerzialisierung benötigen. Da die Entwicklung der Offshore-Windenergie in den USA und weltweit rapide zunimmt, erkennen wir die bedeutenden Möglichkeiten für die gemeinsame Nutzung von Wind- und Wellenparks", sagte Marcus Lehmann(öffnet im neuen Fenster), Chef und einer der Gründer von Calwave.
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