Erneuerbare Energie: Windcores baut die Server direkt ins Windrad
Rechenzentren sollen Energie bei Windcores direkt von Windrädern beziehen. Dabei werden auch unregelmäßige Energiespitzen direkt ausgenutzt.
Rechenzentren benötigen viel Energie und sind ein großer Posten, wenn es um den Klimawandel geht. Das deutsche Unternehmen Windcores, ein Tochterunternehmen von Westfalenwind, hat vor einigen Jahren deshalb die Idee gehabt, Server und Infrastruktur direkt in Windanlagen unterzubringen. Die Hardware wird dabei innerhalb der Windräder aufgestellt und durch diese mit Energie versorgt. Der US-Nachrichtensender CNN konnte im Rahmen einer Nachhaltigkeitsinitiative mit dem Unternehmen sprechen.
"Wenn man sich die Nachhaltigkeitspyramide anschaut, ist die höchste Form der Nachhaltigkeit die, die bereits existiert", sagt Verwaltungschef Fiete Dubberke. Die Idee für den Bau von Rechenzentren innerhalb von Windrädern sei bereits vor zehn Jahren entstanden. Es war wohl damals bereits klar, dass das deutsche Energienetz für die unregelmäßige Energiegewinnung von Windrädern zu instabil ist – vor allem zu sehr windigen Zeiten.
Server und Cloud-Systeme im Windrad
Das Unternehmen nimmt an, dass in diesen Spitzenzeiten allein schon ein Drittel aller Rechenzentren im Land durch Windenergie betrieben werden könnten. Die größtenteils hohlen Innenräume der Windräder böten sich deshalb besonders gut an. Dabei wird Energie direkt von den Kraftwerken bezogen, während die Server über ein Glasfaser-Backbone angeschlossen werden. Die maximale Übertragungsgeschwindigkeit liegt laut Hersteller bei 400 GBit/s.
Windcores bietet komplette Cloud-Lösungen oder einzelne Bare-Metal-Rechenzentren an. Das Unternehmen kann etwa mehrere 19-Zoll-Serverschränke oder HPC und Compute-Nodes aufstellen. Zudem wird ein Vor-Ort- und Remote-Service durch Netzwerk- und IT-Techniker angeboten. Windcores stellt zusätzlich virtuelle Firewalls für den Schutz der Server zur Verfügung, was in der Branche normal ist.
Mit dem Konzept werden laut Dubberke etwa 85 Prozent der benötigten Energie direkt aus der Windturbine bezogen. In windstillen Zeiten soll der Strom aus anderen erneuerbaren Energiequellen wie etwa Solaranlagen kommen. Aktuell hat Windcores etwa 150 Kunden aus diversen Sektoren. Darunter ist etwa die Schweizer Streaming-Plattform Zattoo.