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Ernest: Neuer Nasa-Rover setzt neue Standards

Ernest soll das können, woran Perseverance und andere Rover der Nasa scheitern. Die ersten Tests des neuen Prototyps sind vielversprechend.
/ Patrick Klapetz
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Nasa testet Ernest-Rover in der Wüste. (Bild: Nasa)
Nasa testet Ernest-Rover in der Wüste. Bild: Nasa

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa arbeitet an einem neuen Rover(öffnet im neuen Fenster), der die Schwächen und Herausforderungen der Vergangenheit beseitigen soll. Mars-Rover wie Perseverance haben trotz ihrer Errungenschaften nämlich einige Einschränkungen.

Eine davon ist ihre Geschwindigkeit. Selbst auf ebenem Gelände erreicht er lediglich eine Höchstgeschwindigkeit von knapp unter 0,2 km/h. Zudem werden die Räder durch das unwegsame Gelände auf dem roten Planeten stark beansprucht. Steile Hänge mit Hindernissen wie Felsen und Sand sind eine echte Herausforderung, sodass manchmal lange Umwege erforderlich sind, um bestimmte Ziele zu erreichen.

Der Prototyp von Ernest, die Kurzform von Exploration Rover for Navigating Extreme Sloped Terrain (Erkundungs-Rover für die Fortbewegung in extrem steilem Gelände), soll diese Probleme beseitigen. Die US-Raumfahrtbehörde testete Ernest in der Colorado-Wüste und erprobte dabei neue Ansätze, die für zukünftige Missionen auf dem Mars und dem Mond genutzt werden könnten.

Ernest lässt Perseverance & Co. Staub schlucken

Im Gegensatz zu den aktuellen Mars-Rovern mit sechs Rädern verfügt Ernest über vier Räder und ist etwa 1,20 m lang. Jedoch betrifft das nur den Prototyp. Die endgültige Version soll doppelt so groß sein. Außerdem kann Ernest seine Räder einzeln anheben, um auf Hindernisse zu fahren oder diese zu überqueren.

Bei den jüngsten Tests in der Wüste war der Prototyp über einen Zeitraum von sieben Tagen insgesamt mehr als 37 Stunden unterwegs und legte dabei etwa 25 km zurück. Er erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von etwas weniger als einem Kilometer pro Stunde.

Nasa ändert ihr Vorgehen

Seit dem Sojourner-Rover der Nasa wird bei den Mars-Rovern auf ein passives Federungssystem (Rocker-Bogie-System) gesetzt, um das Gewicht gleichmäßig auf ihre Räder zu verteilen. Nun probieren die Ingenieure jedoch bei Ernest eine aktive Federung aus, um eine größere Mobilität zu erreichen. Zwei angetriebene Vordergelenke führen ein Kardangelenk an, mit dem der Rover verschiedene Fortbewegungsarten wie das Schlängeln, das Radlaufen und das Überwinden von Hindernissen durchführen kann.

Je nach Aufgabe und Energiebedarf kann Ernest zwischen aktiver und passiver Federung umschalten und dabei in jede Richtung fahren. Seit Beginn des Programms im Jahr 2022 gab es bereits mehrere Iterationen des Ernest-Prototyps, und das Team testete fast ein Dutzend Konfigurationen der aktiven Federung.

Die neueste Version verfüge zudem über verbesserte Fähigkeiten zur eigenständigen Entscheidungsfindung, teilte die Nasa mit. Mit Ernest soll eine Technologie für Rover entwickelt werden, die größere Entfernungen zurücklegen können als ihre Vorgänger – und das schneller sowie mit geringerer Abhängigkeit von menschlichen Kontrolleuren auf der Erde.


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