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Ernährungsfunktion ausprobiert: Einmal Pommes Mittel für Garmin Connect+

Garmins neues Food-Logging in Connect+ ist praktisch und gut integriert, steckt aber hinter dem Abo und hakt noch an einigen Stellen.
/ Peter Steinlechner
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Garmin Enduro 3 mit neuem Ernährungs-Widget (Bild: Peter Steinlechner / Golem)
Garmin Enduro 3 mit neuem Ernährungs-Widget Bild: Peter Steinlechner / Golem

Garmin erweitert sein Sportportal Connect+ um ein eigenes Ernährungsprotokoll. Damit ist es nicht mehr nötig, die Kalorien von Lebensmitteln über Drittanbieterdienste wie Myfitnesspal oder Cronometer aufzuzeichen und in Connect zu importieren, allerdings können diese Apps weiterhin in gewohnter Weise verwendet werden.

Nach vielen Jahren mit Myfitnesspal habe ich das neue Food-Logging ausprobiert. Damit kann ich Ernährung, Training, Fitness- und Gesundheitsdaten künftig im Prinzip komplett in Garmin Connect abbilden. Theoretisch ist das ein Ansatz für "alles in einer App". In der Praxis funktioniert das aber, was die Lebensmittel angeht, nur mit dem kostenpflichtigen Connect+-Abo.

Für 9 Euro im Monat erscheint in Garmin Connect der neue Bereich "Ernährung" als Kachel. Auf kompatiblen Uhren wird gleichzeitig automatisch ein Widget aktiviert.

In meinem Hands-on mit einer Enduro 3 tauchte es nach der Aktualisierung und dem Abo-Abschluss und einer kurzen Wartezeit auf; auch die Fenix-8-Reihe sowie weitere aktuelle Modelle werden unterstützt.

Dann kann ich Kalorien und Makronährstoffe direkt neben meinen Trainings- und Gesundheitsdaten erfassen. Lebensmittel lassen sich suchen, per Barcode scannen oder mit der KI-Bilderkennung hinzufügen.

Wo sind denn die Snacks?

Letzteres ist nicht ganz so smart, wie es klingt: Das System erkennt etwa nur einen Hamburger – aber ob der sehr klein ist oder in die Kategorie "reicht für den Rest des Tages"fällt, muss ich über die Portionsgröße manuell eingeben, mit allen damit verbunden Schätz-Schwierigkeiten.

In der App gibt es Frühstück, Mittag- und Abendessen. Essen zwischen diesen Hauptmahlzeiten taucht als Snack in der Tagesübersicht auf.

Lebensmittelbank wirkt bereits recht vollständig

Für mich ein echter Einschnitt: Nach vielen Jahren musste ich die Verknüpfung mit Myfitnesspal trennen – ein Parallelbetrieb ist nicht vorgesehen. Die Umstellung bei der Bedienung dürfte einige Zeit in Anspruch nehmen.

Spontan fällt mir auf, dass mir Garmin Connect beim Verschieben oder Duplizieren von Einträgen unkomfortabler vorkommt. Ich vermute, dass sich hier in den kommenden Monaten noch viel tun wird.

Immerhin wirkt die Lebensmitteldatenbank von Garmin(öffnet im neuen Fenster) recht vollständig (stammt vermutlich von einem Drittanbieter, aber Infos habe ich nicht). Die Suche dürfte gerne noch präziser werden. "Pommes mittel" wurde erst nicht gefunden, ließ sich dann aber manuell auswählen.

Übrigens: In der Zepp-App von Garmin-Konkurrent Amazit gibt es schon länger eine recht ähnliche Ernährungsfunktion inklusive KI-Bilderkennung – und das sogar ganz ohne Abo. Hier hat also erstmals Garmin eine wichtige Funktion quasi übernommen.

Auf der Uhr kann ich mir per Widget die wichtigsten Ernährungs-Kennzahlen anzeigen lassen. Dazu zählt etwa die verbleibende Kalorienmenge für den Tag. Für diese Daten braucht es weiterhin die Verbindung zum Smartphone.

Dazu kommen Auswertungen über Tage, Wochen, vier Wochen und das Jahr. Die Darstellung mit Balken für Kalorien, Protein, Fett und Kohlenhydrate wirkt übersichtlich und schnell verständlich – eine klare Verbesserung gegenüber dem bisherigen System.

Ersteindruck

Mein Eindruck nach dem ersten Ausprobieren ist trotz noch sichtbarer Probleme insgesamt positiv. Das Ernährungsprotokoll lässt sich gut bedienen, die KI reduziert Tipparbeit, verlangt aber noch manuelle Korrekturen. Einige Komfortfunktionen fehlen – hier sollte Garmin meiner Auffassung nach schnell nachlegen.

Außerdem ist schade, dass das Feature nur mit Abo verfügbar ist. Wer Connect+ aber ohnehin nutzt, bekommt ein nützliches Werkzeug dazu und hat alle persönlichen Daten innerhalb des gleichen Ökosystems etwas übersichtlicher erfasst, mit allen damit verbundenen Vor- und Nachteilen wie der noch höheren Abhängigkeit von einem Anbieter und dem Datenschutz.


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