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Ernährung: Neue genmanipulierte Pflanzen bald auch in Europa?

Die Europäische Kommission arbeitet an einem Gesetzentwurf zur Legalisierung von im Labor manipulierten Pflanzen.
/ Patrick Klapetz
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Symbolbild für im Labor hergestellte und genveränderte Pflanzen (Bild: Pixabay)
Symbolbild für im Labor hergestellte und genveränderte Pflanzen Bild: Pixabay

Europa könnte bei der Nutzung neuer Kulturpflanzen mit besonderen Eigenschaften – die sie nahrhafter, effizienter und besser an das sich verändernde Klima angepasst machen – hinter dem Rest der Welt zurückzufallen. Dieses Argument führen laut der politischen Nachrichtenseite Politico(öffnet im neuen Fenster) Großunternehmen an, die den Pflanzenzuchtsektor zum größten Teil kontrollieren, aber auch einige Wissenschaftler und Forscher. Die Europäische Kommission arbeitet nun an einem neuen Gesetzentwurf für die Legalisierung von genmanipulierten Nutzpflanzen.

Die bisherigen GVO-Gesetze (Gesetze zur Regulierung der Gentechnik) stellen bei der Zulassung von im Labor manipulierten Pflanzen extrem hohe Anforderungen. Mit dem neuen Gesetz sollen bürokratische Hürden abgebaut werden.

Damit soll der Marktzugang für Pflanzen erleichtert werden, die mit neuen genomischen Techniken (NGT) wie Crispr-Cas9 gezüchtet werden. Sie zielen auf bestimmte Gene ab, ohne notwendigerweise genetisches Material von außerhalb des Genpools des Züchters einzuführen.

Die Gegner des Gesetzes können dem Entwurf wenig abgewinnen

Es gibt aber auch Kritik an dem Entwurf. Grüne Parteien, Umweltverbände, Biobauern und Kleinbauern sowie mehr als 400.000 EU-Bürger, die eine Petition gegen die Deregulierung der sogenannten neuen GVO unterzeichnet haben, stellen sich dagegen. Ihnen zufolge werde der Einfluss einer Handvoll multinationaler Konzerne durch die Legalisierung verstärkt. Die Entwurfsgegner nehmen an, dass die Konzerne Patente auf Pflanzen beanspruchen können, die auch mit konventionellen Züchtungsmethoden hätten gewonnen werden können.

Zudem könnten sie dadurch die gentechnikfreie und ökologische Erzeugung in Bedrängnis bringen. Ein weiteres Argument ist, dass es diese Pflanzen erst seit etwas mehr als einem Jahrzehnt und deshalb immer noch offene Sicherheitsfragen gebe.

Einem durchgesickerten Entwurf(öffnet im neuen Fenster) zufolge, werden die EU-Länder den Anbau von NGT-Pflanzen nicht mehr verbieten können. Die Pflicht zur Kennzeichnung von Lebensmitteln als GVO entfällt demnach für diese "konventionell-ähnlichen" Pflanzen, sie unterliegen nicht der Risikobewertung durch die Lebensmittelsicherheitsbehörden.

Am Mittwoch, dem 5. Juli 2023 soll das neue Gesetz von der Europäischen Kommission im Rahmen ihrer Umwelt- und Nachhaltigkeitsagenda Green Deal vorgestellt werden.


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