System verhindert Notbremsung

Noch 2,5 Sekunden vor dem Unfall identifizierte der Lidar die Frau als Fahrradfahrerin. Das System ging davon aus, dass sie ihren Weg auf der linken Geradeausspur fortsetzen und daher nicht mit dem Uber-Fahrzeug auf der rechten Geradeausspur kollidieren würde. Eine Sekunde später wurde aus dem Fahrrad wieder ein unbekanntes und damit statisches Objekt, der bisherige Positionsverlauf damit verworfen. Das System ging erstmals davon aus, dass sich dieses Objekt auf dem eigenen Pfad befinden würde und berechnete ein leichtes Ausweichmanöver.

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Die letzte Objektänderung erfolgte 1,2 Sekunden vor der Kollision: Der Lidar erkannte die Frau wieder als Fahrrad und berechnete einen Pfad, der zum Zusammenstoß führe würde. Das Ausweichmanöver wurde als zu gefährlich eingeschätzt. Doch anstatt eine Notbremsung einzuleiten, setzte nun eine "Aktionsunterdrückung" ("action suppression") von einer Sekunde Dauer ein. In dieser Sekunde soll entweder das System den Notfall genauer analysieren und einen alternativen Pfad berechnen oder der Fahrer die Kontrolle übernehmen. Damit soll verhindert werden, dass es im Falle fehlerhaft erkannter Gefahrensituationen zu gefährlichen Fahr- und Bremsmanövern kommt.

Volvo-System war deaktiviert

Erst eine Sekunde nach der "Aktionsunterdrückung" startet das System eine Notbremsung mit der maximal erlaubten Verzögerung von 7 m/s(hoch 2), wenn dadurch eine Kollision noch verhindert werden kann. Falls nicht, wie im vorliegenden Fall, gibt es lediglich eine akustische Warnung an den Fahrer, während das Fahrzeug langsam gebremst wird. Erst 20 Millisekunden vor der Kollision übernahm die Testfahrerin bei einer Geschwindigkeit von 63 Kilometern pro Stunde das Steuer. Erst 0,7 Sekunden später trat die Fahrerin auf die Bremse.

Möglicherweise hätte auch das serienmäßige Notbremssystem von Volvo den Unfall verhindern könne. Doch das wurde in Absprache mit dem Fahrzeughersteller deaktiviert, wenn sich das Testauto im autonomen Modus befand. Ein Grund dafür war, dass die Bremsaktoren nicht darauf ausgelegt waren, eines der beiden Steuerungssysteme priorisieren zu können. Zudem sollten sich die Radarsignale der beiden Systeme nicht gegenseitig stören.

Software bereits angepasst

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Der Bericht macht deutlich, dass das autonome Testsystem von Uber darauf ausgelegt war, ständig von einem Sicherheitsfahrer überwacht zu werden. Gerade in tatsächlichen oder vermeintlichen Gefahrensituationen sollte der menschliche Fahrer noch eingreifen können, bevor das System möglicherweise eine falsche Entscheidung trifft und dadurch den Verkehr gefährdet. Die Testfahrerin gab jedoch in einem vorläufigen Bericht an, dass sie in den Sekunden vor dem Unfall den Monitor des autonomen Systems beobachtet habe. Ihre privaten und beruflichen Mobiltelefone habe sie nicht genutzt.

Dem Bericht zufolge hat die Uber-Tochter ATG inzwischen die Software angepasst. So wurde die "Aktionsunterdrückung" deaktiviert. Die Fahrzeuge können nun Notbremsungen mit einem Ruck von bis zu 20 m/s(hoch3) einleiten. Die Pfadplanung berücksichtige jetzt den Positionsverlauf von Objekten auch dann, wenn sie anders klassifiziert würden. Auf Basis der Software-Änderungen habe eine Simulation im September 2018 ergeben, dass die Frau bereits 4,5 Sekunden vor der ursprünglichen Kollision korrekt als Fußgängerin erkannt und ein Pfad berechnet worden sei, der den des Testfahrzeugs kreuzen würde. Daher hätte das Auto bereits vier Sekunden vor dem möglichen Zusammenstoß eine kontrollierte Bremsung eingeleitet.

Uber hatte mehrere Monate nach dem Unfall wieder seine Testfahrten aufgenommen, allerdings nicht in Arizona, sondern unter modifizierten Bedingungen in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania. Für den Unfall muss das Unternehmen jedoch nicht strafrechtlich haften. Allerdings könnte die Testfahrerin noch belangt werden.

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 Ermittlungsberichte: Wie die Uber-Software den tödlichen Unfall begünstigte
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Lachser 18. Nov 2019

Das Problem ist halt mit diesem Überwacher: Selbst wenn er/sie die drohende Gefähr...

quineloe 11. Nov 2019

und noch mal zum Thema "komplett schwarze Sachen" https://i.imgur.com/mvkOL4A.png Das ist...

quineloe 08. Nov 2019

Es gab an den Tagen direkt nach dem Unfall mehrere Videos und Fotos, die alle die...

quineloe 08. Nov 2019

Rechtlich ist das ein Fußgänger. Er darf z.B. einen mit Zeichen 239 markierten Gehweg...

treysis 07. Nov 2019

Vermutlich ist eine Furt an einer Ampel und ein Zebrastreifen gemeint, obwohl der...



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