Ermittlungen laufen: Regierungsmitglieder von Ausspähung über Signal betroffen
Die mutmaßlichen Spionageattacken über den Messengerdienst Signal haben auch die Bundesregierung erreicht. Betroffen sind nach Informationen der dpa einzelne Kabinettsmitglieder. Offiziell äußert sich die Regierung bislang nicht zu konkreten Fällen.
Laut Recherchen des Spiegel(öffnet im neuen Fenster) gehören Bauministerin Verena Hubertz (SPD) und Familienministerin Karin Prien (CDU) zu den Opfern der Kampagne, die sich unter anderem in Deutschland gegen Politiker, Journalisten und Militärs richtet. Die Signal-Konten der beiden Politikerinnen sollen kompromittiert worden sein.
Der für sicherheitsrelevante Themen zuständige Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) zählt dem Vernehmen nach nicht zu denjenigen, auf deren Chats und Daten die Angreifer zugreifen konnten.
Warnhinweise seit Februar 2026
Vor der andauernden Cyberattacke über Signal hatten das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erstmals im Februar 2026 öffentlich gewarnt. Später veröffentlichten sie einen weiteren Sicherheitshinweis mit konkreten Handlungsanweisungen.
Darin hieß es, die Kampagne werde "wahrscheinlich durch einen staatlich gesteuerten Cyberakteur durchgeführt". Auf etliche Politikerinnen und Politiker gingen die Sicherheitsbehörden auch zu, um sie zu warnen und ihnen zu helfen, herauszufinden, ob sich Angreifer erfolgreich Zugang zu ihrem Konto verschafft hatten.
Auch auf die Regierung der Niederlande wurden solche Angriffe festgestellt: Sie sehen Russland hinter der Kampagne. Die Bundesanwaltschaft ermittelt derzeit zu den Phishing-Angriffen und hat sich zu einem möglichen Auftraggeber bisher nicht geäußert.
So gehen Angreifer vor
Kern der Phishing-Kampagne ist keine Sicherheitslücke des Signal-Messengers, den Experten für einen recht sicheren Kommunikationskanal halten. Vielmehr setzen die Angreifer auf die Schwachstelle Mensch.
Um Zugriff auf die Adressbücher und Daten bestimmter Nutzer zu erhalten, schicken die Angreifer zunächst eine Nachricht, in der sie den Nutzer auffordern, eine PIN einzugeben sowie Links oder einen QR-Code aufzurufen. Als Absender erscheint dabei etwa die Bezeichnung Signal-Support.
Der Zugang ermöglicht es den Angreifern, noch vorhandene Chats zu lesen, die über den Messenger geführt wurden. Unbefugte können sich zudem unter falscher Identität in internen Chat-Gruppen bewegen.
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