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Ermittlungen: Korruptionsverdacht beim Glasfaserausbau

Im Saarland wird wegen möglicher Korruption beim Glasfaserausbau ermittelt. Im Fokus stehen auffällige Vergaben und persönliche Kontakte.
/ Przemyslaw Szymanski , dpa
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Ausbau des Glasfasernetzes (Symbolbild) (Bild: pixabay.com)
Ausbau des Glasfasernetzes (Symbolbild) Bild: pixabay.com

Im Saarland laufen mehrere Ermittlungsverfahren gegen insgesamt elf Beschuldigte wegen des Verdachts von Vermögens- und Korruptionsdelikten beim Ausbau des Glasfasernetzes. Bei den Beschuldigten handele es sich vor allem um Auftragnehmer, Mitarbeiter des auftraggebenden Glasfaserunternehmens sowie Mitarbeiter der kommunalen Auftraggeber des Glasfaserausbaus, teilte die Staatsanwaltschaft in Saarbrücken der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit.

Nach Informationen des Saarländischen Rundfunks (SR)(öffnet im neuen Fenster) konzentrieren sich die Ermittlungen, insbesondere auf auffällige Vergabeverfahren in mehreren saarländischen Landkreisen, darunter der Regionalverband Saarbrücken sowie die Kreise St. Wendel, Neunkirchen, Saarlouis und Saarpfalz.

In diesem Zusammenhang gab es am 18. November 2025 umfangreiche Durchsuchungen im Saarland, in Bayern und in Nordrhein-Westfalen. Insgesamt seien mehr als 20 Objekte durchsucht worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Neben Bargeld im fünfstelligen Eurobereich wurden demnach Unterlagen und Datenträger sichergestellt.

Verdacht auf weitreichende Absprachen

Im Fokus steht dabei ein breites Spektrum möglicher Straftaten: Gegen die Beschuldigten zwischen 33 und 63 Jahren bestehe der Verdacht der Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung sowie der Bestechlichkeit, Bestechung und Untreue im Zusammenhang mit der Vergabe von Aufträgen für den Glasfaserausbau.

Nach SR-Recherchen soll mindestens ein Beschuldigter Aufträge bevorzugt an persönliche Bekannte weitergereicht haben; zudem bestehe der Verdacht illegaler Absprachen mit einem Mitarbeiter eines kommunalen Versorgungsunternehmens.

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnte der wirtschaftliche Schaden erheblich sein, da Manipulationen bei öffentlichen Bauaufträgen meist hohe Summen betreffen. Zudem besteht die Gefahr, dass während der derzeit laufenden Ermittlungen längst überfällige Aufträge und Vorgänge ins Stocken geraten – sehr zum Ärger der Kunden, die seit Jahren auf schnelleres Internet warten.


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