Abo
  • Services:
Anzeige
Transparent bei der Solidaritätsdemonstration für Netzpolitik.org (am 1. August 2015): den Fall nicht durch den Sommer schleppen
Transparent bei der Solidaritätsdemonstration für Netzpolitik.org (am 1. August 2015): den Fall nicht durch den Sommer schleppen (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Ermittlungen gegen Netzpolitik.org: Mehrere Ministerien wussten Bescheid

Transparent bei der Solidaritätsdemonstration für Netzpolitik.org (am 1. August 2015): den Fall nicht durch den Sommer schleppen
Transparent bei der Solidaritätsdemonstration für Netzpolitik.org (am 1. August 2015): den Fall nicht durch den Sommer schleppen (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Gerangel um die Ermittlungen gegen Netzpolitik.org: Der Justizminister und hochrangige Beamte in anderen Ministerien wussten seit Monaten Bescheid. Der Generalbundesanwalt wollte nicht gegen die Journalisten ermitteln. Nur der Verfassungsschutzpräsident hält die Anzeige weiterhin für notwendig.

Anzeige

Die Bundesregierung wusste schon seit Monaten von den Ermittlungen der Bundesanwaltschaft gegen Netzpolitik.org. Justizminister Heiko Maas soll dem Generalbundesanwalt Harald Range frühzeitig davon abgeraten haben. Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), verteidigte am Wochenende die Anzeige gegen die Betreiber des Blogs.

Ein solches Ermittlungsverfahren könne nicht ohne das Wissen der Bundesregierung eingeleitet werden, hatte Markus Beckedahl, Gründer von Netzpolitik.org, schon vor einigen Tagen vermutet. Justizminister Maas soll seit Mai informiert gewesen sein: Die Bundesanwaltschaft habe das Ermittlungsverfahren am 13. Mai eingeleitet. Zwei Wochen später, am 27. Mai, habe sie das Justizministerium darüber informiert, berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Diverse Ministerien wussten Bescheid

Neben dem Justizministerium sollen auch weitere Ministerien davon gewusst haben. Spitzenbeamte seien Details ebenso bekannt gewesen wie Ranges Absicht, gegen Beckedahl und Netzpolitik-Blogger André Meister zu ermitteln. Wegen des Angriffs auf die Website der Bundesanwaltschaft sind Teile der Seite abgeschaltet und die Pressemitteilung ist nicht online abrufbar.

Range selbst wiederum behauptet, nicht gegen die beiden ermittelt zu haben. Er habe "bereits bei der Einleitung des Ermittlungsverfahrens am 13. Mai 2015" angewiesen, erklärte er in einer Pressemitteilung vom 2. August, "dass mit Blick auf das hohe Gut der Presse- und Meinungsfreiheit keine Maßnahmen gegen die in den Strafanzeigen des BfV namentlich genannten Journalisten ergriffen werden." Stattdessen habe er entscheiden, "dass zur Wahrung und Sicherung der Objektivität der Ermittlungen ein externes Gutachten zur Beurteilung des Vorliegens eines Staatsgeheimnisses eingeholt werden soll".

Der Gutachter macht Ferien

Das Gutachten sei am 19. Juni in Auftrag gegeben worden. Um ein solches Gutachten einholen zu können, muss ein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet werden. Der Experte, der das Gutachten erstellen soll, ist nach Informationen der Süddeutschen Zeitung derzeit im Urlaub.

Die Bundesanwaltschaft hatte nach der Strafanzeige des Verfassungsschutzes zunächst einen Prüfvorgang angelegt, um zu klären, ob sie zuständig ist: Die Bundesanwaltschaft ermittelt nur, wenn es bei dem Geheimnisverrat um ein Staatsgeheimnis nach Paragraph 93 Strafgesetzbuch geht. "Nach kritischer Prüfung" habe die Bundesanwaltschaft "zureichende tatsächliche Anhaltspunkte für eine möglicherweise strafbare öffentliche Bekanntgabe eines Staatsgeheimnisses gesehen" und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Das richte sich "auch gegen die bislang unbekannten, ihr Dienstgeheimnis verletzenden Geheimnisträger".

Maas will eine schnelle Einstellung

Justizminister Maas will am Freitag dieser Woche eine Stellungnahme zu dem Verfahren abgeben. Diese soll dann Range zugestellt werden. Nach Recherchen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR wird es darin heißen, dass es sich nicht um Landesverrat handelt. Maas wolle "den Fall nicht durch den Sommer schleppen", schreibt die Süddeutsche Zeitung. Es wird ohnehin erwartet, dass das Verfahren eingestellt wird. Am Freitag hatte Range erklärt, es werde vorerst nicht weiter ermittelt.

Verfassungsschutz-Präsident Maaßen hingegen hat die Anzeige am Wochenende noch einmal gerechtfertigt. "Um die weitere Arbeitsfähigkeit meines Hauses im Kampf gegen Extremismus und Terrorismus sicherzustellen, war es notwendig, gegen die Herausgabe von als vertraulich oder geheim eingestuften Dokumenten des BfV juristisch vorzugehen", sagte er der Bild am Sonntag.

Nachtrag vom 3. August 2015, 13:30 Uhr

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Innenminister Thomas de Maizière haben sich in der Debatte um den Vorwurf des Landesverrats gegen Netzpolitik.org geäußert. Beide hielten ihn für zweifelhaft, berichtet die ARD-Nachrichtensendung Tagesschau.

Der Bundesregierung komme es darauf an, "in der Sache eine Klärung herbeizuführen", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz. Wenn es um Pressefreiheit gehe, sollten Behörden eine "besonders sensible Abwägung" vornehmen.


eye home zur Startseite
Dwalinn 04. Aug 2015

Ist es verboten ein gut verdienender Christ zu sein? Viel wichtiger ist mir wie sie das...

chefin 04. Aug 2015

Hier wird zwar immer viel erzählt das die Anzeige gegen NSA nicht zu Ermittlungen geführt...

Moe479 03. Aug 2015

freudsches wunschdenken, der mann ist einfach nur überfordert ...

Moe479 03. Aug 2015

willst du themen 'beenden' - wie ein profalla?

Jasmin26 03. Aug 2015

so ein stuss, es geht hier nicht um korruption ! es geht darum das die Regierung nicht...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Kraftverkehr Nagel GmbH & Co. KG, Versmold
  2. Caesar & Loretz GmbH, Hilden
  3. Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau, Rendsburg
  4. Jako-o GmbH, Bad Rodach


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. ab 179,99€
  2. 24,04€
  3. 6,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Mototok

    Elektroschlepper rangieren BA-Flugzeuge

  2. MacOS High Sierra

    MacOS-Keychain kann per App ausgelesen werden

  3. Sendersuchlauf

    Unitymedia erstattet Kunden die Kosten für Fernsehtechniker

  4. Spielebranche

    US-Synchronsprecher bekommen mehr Geld und Transparenz

  5. Ignite 2017

    Microsoft 365 kommt auch für Schüler und Fabrikarbeiter

  6. Lego Boost im Test

    Jede Menge Bastelspaß für eine kleine Zielgruppe

  7. Platooning

    Daimler fährt in den USA mit Lkw im autonomen Konvoi

  8. Suchmaschine

    Apple stellt Siri auf Google um

  9. Gruppenchat

    Skype for Business wird durch Microsoft Teams ersetzt

  10. Teardown

    iFixit findet größeren Akku in Apple Watch Series 3



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Bundestagswahl 2017: Viagra, Datenbankpasswörter und uralte Sicherheitslücken
Bundestagswahl 2017
Viagra, Datenbankpasswörter und uralte Sicherheitslücken
  1. Bundestagswahl 2017 IT-Probleme verzögerten Stimmübermittlung
  2. Bundestagswahl 2017 Union und SPD verlieren, Jamaika-Koalition rückt näher
  3. Zitis Wer Sicherheitslücken findet, darf sie behalten

Olympus Tough TG5 vs. Nikon Coolpix W300: Die Schlechtwetter-Kameras
Olympus Tough TG5 vs. Nikon Coolpix W300
Die Schlechtwetter-Kameras
  1. iZugar 220-Grad Fisheye-Objektiv für Micro Four Thirds vorgestellt
  2. Mobilestudio Pro 16 im Test Wacom nennt 2,2-Kilogramm-Grafiktablet "mobil"
  3. HP Z8 Workstation Mit 3 TByte RAM und 56 CPU-Kernen komplexe Bilder rendern

VR: Was HTC, Microsoft und Oculus mit Autos zu tun haben
VR
Was HTC, Microsoft und Oculus mit Autos zu tun haben
  1. Zukunft des Autos "Unsere Elektrofahrzeuge sollen typische Porsche sein"
  2. Concept EQA Mercedes elektrifiziert die Kompaktklasse
  3. GLC F-Cell Mercedes stellt SUV mit Brennstoffzelle und Akku vor

  1. Re: Wahlkampf von Flüchtlingspolitik geprägt und...

    ramboni | 11:13

  2. Re: Drecks-Laden

    ve2000 | 11:11

  3. Re: Und plötzlich tut sich was

    gutenmorgen123 | 11:10

  4. Re: Mesa-Update in Debian Testing blockiert

    George99 | 11:09

  5. Re: Yubico sollte erstmal seine Manuals korrigieren

    Hawk321 | 11:09


  1. 11:28

  2. 11:00

  3. 10:45

  4. 10:39

  5. 10:30

  6. 09:44

  7. 09:11

  8. 08:57


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel