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Erkennung von Einbrechern: Millionen von Routern werden zu Überwachungsgeräten

Einbrecher lassen sich anhand von WLAN-Signalen erkennen. In den USA wird ein entsprechendes Router-Feature jetzt großflächig ausgerollt.
/ Marc Stöckel
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Ein US-Provider lässt Nutzer ihre Wohnungen per WLAN überwachen. (Bild: pixabay.com / methodshop)
Ein US-Provider lässt Nutzer ihre Wohnungen per WLAN überwachen. Bild: pixabay.com / methodshop

Dass sich Bewegungen oder gar ausgewählte Personen anhand von WLAN-Signalen handelsüblicher Router und anderer Geräte erkennen lassen, haben Forscher schon mehrfach gezeigt. Der US-Provider Comcast macht davon zumindest in Teilen bereits in der Praxis Gebrauch. Millionen von Routern in den USA sollen mit einer Technologie namens Xfinity Wi-Fi Shield ausgestattet werden, die es Anwendern ermöglicht, ihre Wohnräume zu überwachen.

Laut einer Pressemitteilung von Comcast(öffnet im neuen Fenster) umfasst Xfinity Wi-Fi Shield ein Feature namens Cybersecure, das Anwender im lokalen Netz vor möglichen Cyberbedrohungen wie Malware oder Phishing schützen soll. Das wohl interessantere Feature ist allerdings Wi-Fi Motion, eine Funktion zur Erkennung von Bewegungen in Räumen.

Ist Wi-Fi Motion aktiv, so werden Bewegungen in Räumen anhand ihrer Störeinflüsse auf zwischen Routern und anderen Geräten ausgetauschte WLAN-Signale erkannt – und das ganz ohne Kameras oder klassische Bewegungssensoren. Anwender können sich bei Abwesenheit automatisch eine Benachrichtigung an ihr Smartphone schicken lassen, sobald eine unerwartete Bewegung erkannt wird.

Haustiere sind kein Problem

Allzu präzise arbeitet Wi-Fi Motion allerdings nicht. Die Technologie soll weder ausgewählte Personen identifizieren noch ihren exakten Aufenthaltsort bestimmen können. Sie stellt lediglich fest, ob innerhalb des überwachten Bereichs überhaupt eine Bewegung stattfindet. Die Sensitivität kann dabei vom Nutzer angepasst werden, so dass Bewegungen kleiner Haustiere beispielsweise keinen Alarm auslösen.

Gänzlich neu ist Wi-Fi Motion wohl nicht. Auf Reddit(öffnet im neuen Fenster) diskutierten erste Anwender schon vor zwei Jahren über diese Funktion, nachdem Comcast sie ihnen per E-Mail angekündigt hatte. Vermutlich wurde das Feature zunächst nur einem kleinen Kundenkreis zur Verfügung gestellt. Großflächig beworben wird Wi-Fi Motion aber offenkundig erst jetzt.

Mögliche Datenweitergabe an Dritte

Es handelt sich um ein Opt-in-Feature, muss also auf unterstützten Geräten manuell aktiviert werden. Wie Techcrunch berichtet(öffnet im neuen Fenster), sollten Anwender die Funktion aber nicht vorschnell aktivieren, wenn ihnen ihre Privatsphäre wichtig ist. Denn der Anbieter behält sich das Recht vor, damit erzeugte Daten ohne Warnung an Dritte zu übermitteln.

"Comcast kann durch Wi-Fi Motion generierte Informationen ohne weitere Benachrichtigung an Sie an Dritte weitergeben, etwa im Zusammenhang mit strafrechtlichen Ermittlungen oder Verfahren, bei Streitigkeiten, an denen Comcast beteiligt ist, oder aufgrund einer gerichtlichen Anordnung oder Vorladung", heißt es dazu im Kleingedruckten auf einer Xfinity-Informationsseite(öffnet im neuen Fenster).

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