Ericsson: SEC untersucht Zahlungen des Ausrüsters an Islamischen Staat

Eine neuerliche Untersuchung der US-Börsenaufsicht SEC bringt Ericsson in große Schwierigkeiten. Es geht um Zahlungen an die Terrorganisation IS.

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Ericsson-Chef Börje Ekholm im Jahr 2018
Ericsson-Chef Börje Ekholm im Jahr 2018 (Bild: Pau Barrena/AFP via Getty Images)

Die US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) hat eine neue Untersuchung zum Umgang des Unternehmens mit "Fehlverhalten" im Irak eingeleitet. Die Aktie des schwedischen Mobilfunkausrüsters fiel daraufhin am 10. Juni 2022 um 2,5 Prozent. Ericsson hat seit Februar rund ein Drittel seines Börsenwertes verloren.

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Der Konzern hatte im Februar 2022 offengelegt, dass es Bestechungszahlungen im Irak, möglicherweise indirekt an die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) gegeben habe. Dem waren Recherchen des International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) vorausgegangen.

Bei den Untersuchungen des Zeitraums 2011 bis 2019 seien bei Ericsson Geldanweisungen ohne eindeutigen Empfänger und Zahlungen an Lieferanten ohne Angaben zum Umfang der Leistungen gefunden worden. Auch seien Zahlungen an Mittelsmänner geflossen und alternative Transportrouten gewählt worden, etwa um den irakischen Zoll zu umgehen. Einige Routen seien zu der Zeit von terroristischen Organisationen wie dem Islamischen Staat (IS) kontrolliert worden, hieß es von dem Konzern. Allerdings hätten die Prüfer bislang nicht herausfinden können, wer letztlich das Geld empfangen habe. Direkte Belege für Zahlungen an den IS gebe es nicht. Andere Zahlungen deuteten zudem auf ein potenzielles Geldwäscherisiko hin. Ericsson-Chef Börje Ekholm sagte, dass das Unternehmen nach Abschluss der Untersuchung im Jahr 2019 die Ergebnisse für nicht wesentlich genug gehalten habe, um sie offenzulegen.

Ericsson hatte nach Korruptionsermittlungen bereits im Jahr 2019 rund eine Milliarde US-Dollar gezahlt. Damals ging es unter anderem um Geschäfte in China, Indonesien, Vietnam und Kuwait. Ericsson musste sich damals auch verpflichten, bestimmte Dokumente und Informationen bereitzustellen - und das US-Justizministerium kam später zu dem Schluss, dass der Konzern gegen diese Auflage verstoßen habe.

Höhere Strafe als 1 Milliarde Dollar erwartet

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"Wir glauben, dass die kombinierte Strafe, die in dieser Untersuchungsrunde zu zahlen ist, angesichts des wiederholten Fehlverhaltens, des Verstoßes gegen das DPA (Deferred Prosecution Agreement) und der Korruption im Irak wahrscheinlich etwas höher sein wird als die vorherige", sagten Analysten von Jefferies der Nachrichtenagentur Reuters.

"Beide Parteien arbeiten immer noch daran, einen Deal in der ersten Hälfte dieses Jahres abzuschließen", sagte ein Ericsson-Sprecher.

Mads Rosendal, Analyst bei Danske Bank Credit Research, schrieb, dass die neue Untersuchung "auch weitere Verzögerungen bei der Vonage-Akquisition bedeuten könnte, die unserer Ansicht nach jetzt mit einer etwas höheren Wahrscheinlichkeit blockiert werden könnte". Ericsson will seit November 2021 den Anbieter von Cloud-basierten VoIP-Telefoniesystemen für 6,2 Milliarden US-Dollar übernehmen. Der Abschluss der Übernahme des US-Konzerns wurde damals in der ersten Hälfte des Jahres 2022 erwartet.

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