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Ericsson: Festnetzersatz FWA boomt derzeit weltweit

Immer mehr Netzbetreiber bieten Fixed Wireless Access an, und immer mehr Haushalte nutzen es. Laut Ericsson soll FWA bald mehr als 30 Prozent des gesamten mobilen Datenverkehrs ausmachen.
/ Achim Sawall
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UScellular erprobt FWA mit Ericsson und Qualcomm. (Bild: UScellular)
UScellular erprobt FWA mit Ericsson und Qualcomm. Bild: UScellular

Fixed Wireless Access (FWA) ist zu einer der wichtigsten 5G-Anwendungen geworden. Das geht aus dem Ericsson Mobility Report, eine Studie(öffnet im neuen Fenster) über die Entwicklung des weltweiten Mobilfunkmarktes hervor, die am 26. Juni 2024 vorgelegt wurde. Die Anzahl der FWA-Anbieter stieg in den vergangenen zwölf Monaten bis Ende März 2024 um 29 Prozent, erklärte der schwedische Mobilfunkausrüster. Von 310 befragten CSPs (Communications Service Providers) bieten 241 FWA an, davon 128 über 5G-Netze.

"FWA ist derzeit nach Enhanced Mobile Broadband (eMBB) der zweitwichtigste 5G-Anwendungsfall" , erklärte Ericsson, der als Ausrüster weltweit in den meisten Mobilfunknetzen vertreten ist. eMBB ist eine Anwendungskategorie der 5G-Technik, die eine Datenrate von bis zu 10 Gigabit/s zur Verfügung stellt und Dienste mit hohen Bandbreitenanforderungen unterstützt.

Das Datenvolumen mit FWA machte Ende des Jahres 2023 22 Prozent des weltweiten mobilen Datenverkehrs aus und soll voraussichtlich um mehr als den Faktor 5 wachsen und im Jahr 2029 154 Exabyte (EB) erreichen – was mehr als 30 Prozent des gesamten mobilen Datenverkehrs entspricht.

Nordamerika: Zentrum für den Festnetzersatz FWA

Nordamerika ist das Zentrum für den Festnetzersatz, wo 100 Prozent der Netzbetreiber FWA-Dienste mit verschiedenen Datenraten anbieten. 80 Prozent davon laufen über 5G. Im vergangenen Jahr verzeichnete aber auch Westeuropa das stärkste Wachstum von 30 auf 50 Prozent der Netzbetreiber. In Deutschland gibt es hier wenig: Golem.de testete vor einem Jahr Magenta Zuhause Hybrid 5G . Hier gibt es aber 5G und eine Festnetzverbindung.

Je ein Anbieter aus Finnland und aus Indien haben 5G-FWA bereits mit 5G Standalone (SA) im Angebot. "Diese FWA-Dienste nutzen Network Slicing, um zuverlässige, gesicherte Dienste bereitzustellen, beispielsweise für 8K-Videos" , erklärte Ericsson.

In den USA verzeichneten vier große Netzbetreiber ein Wachstum der FWA-Zugänge von 5 Millionen im ersten Quartal 2023 auf fast 9 Millionen im Q1/2024.

FWA macht richtig Kasse

Ein Anbieter in den USA verzeichnete laut Ericsson FWA-Umsätze in Höhe von 452 Millionen US-Dollar, was einem Wachstum von 76 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Ein führender Dienstanbieter in Nordostasien meldete einen Anstieg der FWA-Umsätze um 40 Prozent sowie eine EBITDA-Marge von 80 Prozent in dem Bereich.

Ericsson erklärte in der Studie: "FWA ist definiert als eine Verbindung, die Breitbandzugang über mobilfunkfähige Endgeräte (Customer Premises Equipment, CPE) bietet. Dazu gehören sowohl CPE für den Innenbereich (Desktop- und Fenstermontage) als auch für den Außenbereich (Dach- und Wandmontage)." Tragbare WLAN-Router oder Dongles mit SIM-Karte seien nicht inbegriffen.

Fixed Wireless Access (FWA) bedeutet, dass das Mobilfunksignal über eine Antenne auf dem Dach oder am Fenster ins Haus gebracht wird, von wo Ethernet-Kabel und Wi-Fi die Versorgung bieten. Gearbeitet wird meist im Bereich 26 bis 60 GHz. Ein einfacher 5G-Router zählt hier nicht wirklich.

Auf der Nutzerseite besteht die FWA-Technologie aus einem Empfangsgerät, einem handelsüblichen DSL-Router und einem WLAN-Zugangspunkt. Ein reiner 4G- oder 5G-Router in einer Wohnung ist also genau genommen kein FWA. Es handelt sich bei FWA laut allgemeinem Branchenverständnis nicht einfach um einen Router mit SIM-Karte , der ein WLAN im Gebäude aufspannt – auch wenn der Begriff gerne so verwendet wird.

Mit Glasfaseranschlüssen oder einem Super-Vectoring-Zugang, der nicht zu weit vom Kabelverzweiger entfernt ist, kann sich FWA nicht vergleichen.


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