Eric Schmidt: Google Chairman von Entwicklung in Europa überrascht

Executive Chairman Eric Schmidt will sich in der kommenden Woche in Deutschland mit Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) treffen, um mit ihm über seine Kritik an der Marktmacht Google zu sprechen. "Ich freue mich sehr auf das Gespräch mit ihm" , sagte Schmidt dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel(öffnet im neuen Fenster) .
Gabriel hatte in einem Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eine Zerschlagung von Google ins Gespräch gebracht. "Eine Entflechtung, wie sie bei Strom- und Gasnetzen durchgesetzt wurde, muss dabei ernsthaft erwogen werden" , schrieb er.
Schmidt will die deutsche Regierung über Google aufklären: "Manchmal wissen unsere Kritiker nicht allzu viel über uns." Der Executive Chairman zeigt sich über die zunehmende Anti-Google-Stimmung in Europa überrascht und räumte eigene Fehler ein: "Ich bin über die Entwicklung der vergangenen Monate ziemlich beunruhigt, weil wir das so nicht erwartet haben. Wir haben versucht, das Richtige zu tun, meinten, alles im Griff zu haben, und dann kam diese Explosion." Google arbeite deshalb "jetzt sehr hart daran, alles zu verändern, was wir ändern müssen" .
Kritisch äußerte sich der Milliardär über den US-Geheimdienst NSA und die US-Regierung. Die NSA-Enthüllungen hätten "die gesamte Firma in Aufruhr versetzt und wütend gemacht" . Das Vorgehen der US-Spione habe "einen massiven Vertrauensverlust" ausgelöst. Die Einbußen für das Unternehmen seien bislang indes nicht sehr hoch.
"Unsere Wissenschaftler sind mindestens so gut wie die der NSA. Wir sind ziemlich sicher, dass wir jetzt nicht zu knacken sind." Eine aktive Zusammenarbeit des Konzerns mit der NSA gibt es angeblich nicht: "Es gab keine längerfristigen Vereinbarungen, wir arbeiten nicht zusammen, es gibt keine Genehmigung, auf unsere Infrastruktur zuzugreifen. Das gab es nicht, gibt es nicht und wird es nicht geben." Die kürzlich erfolgte Verwässerung eines US-Gesetzes, das die Aktivitäten der NSA eindämmen sollte, durch das Weiße Haus bezeichnete Schmidt als "großen Mist. Sie haben es versaut."



