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Erhebliche Mängel: Bundesnetzagentur kassiert Millionen illegaler Geräte ein

2025 hat die BNetzA unter anderem Smartwatches mit Fake-Blutzuckermessung sowie störende Switches und Wechselrichter aus dem Verkehr gezogen.
/ Marc Stöckel
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Viele elektronische Geräte halten die gesetzlichen Vorgaben nicht ein. (Symbolbild) (Bild: pixabay.com / manseok_Kim)
Viele elektronische Geräte halten die gesetzlichen Vorgaben nicht ein. (Symbolbild) Bild: pixabay.com / manseok_Kim

Ebenso wie in den Jahren zuvor hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) auch 2025 wieder allerhand Geräte aus dem Verkehr gezogen, weil diese erhebliche Mängel aufgewiesen haben. Laut Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) waren im vergangenen Jahr etwa 7,7 Millionen Geräte betroffen. Teilweise lagen formale Mängel wie fehlende CE-Kennzeichnungen vor, teilweise wurden aber auch technische Vorgaben nicht eingehalten.

Als Beispiel für einen technischen Mangel nennt die BNetzA die Überschreitung von Störaussendungsgrenzwerten, die andere Geräte durch elektromagnetische Störungen beeinträchtigen können. In ihrer jüngsten Statistik zur Marktüberwachung (PDF)(öffnet im neuen Fenster) nennt die Agentur beispielhaft ein Netzwerk-Switch sowie einen Wechselrichter, bei denen entsprechende Überschreitungen festgestellt wurden.

Simulierte Blutzuckermessung

Bei der Online-Marktüberwachung wurde die BNetzA nach eigenen Angaben auf 1.266 problematische Angebote aufmerksam. Besonders viele davon betrafen etwa Smartwatches und Funkgeräte, die hierzulande nicht verkauft werden dürfen. Als Beispiel wird ein Smartwatch-Modell mit angeblicher Blutzuckermessung genannt, die jedoch laut BNetzA "nur simuliert ist" .

Die bemängelten Onlineangebote umfassten zusammen eine Stückzahl von etwa 5,4 Millionen und wurden auf Anweisung der BNetzA vom Netz genommen. Aber auch im Einzelhandel war die Agentur tätig und überprüfte nach eigenen Angaben über 2.100 Gerätetypen, von denen 58 Prozent die Vorgaben nicht einhielten. Hier waren letztendlich rund 1,9 Millionen Geräte betroffen.

Auch der Zoll hat Geräte einkassiert

Die Bundesnetzagentur zieht jedes Jahr erneut unzählige Geräte aus dem Verkehr, die hierzulande nicht erlaubt sind. 2024 erwiesen sich mehr als 5,3 Millionen Geräte als nicht gesetzeskonform . Meist werden diese aus Drittstaaten wie China importiert. Die BNetzA arbeitet auch eng mit dem Zoll zusammen, um betroffene Geräte ausfindig zu machen.

2025 stufte der Zoll 8.202 Warensendungen als verdächtig ein. 89 Prozent davon, 7.290 Sendungen an der Zahl, erhielten keine Freigabe für den europäischen Markt. Darin wurden fast 360.000 Produkte als auffällig gekennzeichnet. Als Beispiel nennt die BNetzA unter anderem eine Spielekonsole, die ohne CE-Kennzeichnung, ohne deutsche Bedienungsanleitung, ohne EU-Konformitätserklärung und ohne Herstelleradresse ausgeliefert wurde.


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