Jeder kann anklopfen
Dabei spiele auch die Erreichbarkeit eine wichtige Rolle. "Wir antworten typischerweise sehr schnell auf Nachrichten und sind per Slack, Mail und Telefon zu erreichen" , sagt Endres. "Auch setzen wir uns mit an den Kaffeetisch ."
Auch die Arbeitsplätze der Partner seien nicht in abgetrennten Bereichen untergebracht und seien genauso ausgestattet wie alle anderen. "Die haben eine Glastür wie alle anderen auch und wenn wir da sind, kann jemand vorbeikommen und anklopfen" , sagt Prinz.
Welche Strategien haben Prinz und Endres für den Fall parat, dass jemand die Firma verlässt – freiwillig oder unfreiwillig? "Wir geben uns immer Mühe, dass man sich im Guten trennt" , sagt Prinz. "Aber es gibt natürlich auch Situationen, die schwierig sind." Für diese gebe es nur einen Lösungsweg, der sich "total einfach anhört, aber natürlich kompliziert ist" , nämlich "offen und ehrlich mit den Leuten zu reden" . Man müsse auf Leute zugehen und nachfragen, und wenn sich dann herausstelle, dass es ein Problem gebe, könne "eine Lösung auch die Trennung sein" .
Wer geht, soll es mit einem weinenden Auge tun
Prinz favorisiert aber andere Wege. "Wir investieren viel in unsere Leute, nicht nur Zeit, und von daher ist natürlich eine Lösung besser, die es allen ermöglicht, weiterzumachen." Dies könne zum Beispiel, wo es funktioniere, ein Projektwechsel sein. "Wir versuchen also, das herzustellen, was im Endeffekt für das Gesamtkonstrukt – und in dem Fall geht es um die Person und TNG – die beste Lösung ist ."
Schließlich erzählen Personen, die das Unternehmen verlassen, woanders auch darüber. Da liege es im Interesse der Firma, dass sie nicht sagen: "Oh, mein Gott, ich bin froh, dass ich da weg bin" , sagt Endres. Er wünsche sich, dass jede Person, die rausgehe, auch mit einem weinenden Auge rausgehe und sage: "Das war eigentlich eine schöne Zeit, aber es hat nicht mehr ganz gepasst."
Wenn das klappt, können scheidende Mitarbeiter dem Unternehmen sogar nützen, wie Endres in einem Fall erfahren hat: Da kam von der neuen Firma schon nach einer Woche eine Anfrage nach einer Beratungsleistung.
Gute Führung dürfte in der IT-Branche künftig weiter an Bedeutung gewinnen. Unternehmen werden sich daran messen lassen müssen, ob sie nicht nur effizient arbeiten, sondern auch langfristig tragfähige Arbeitsbedingungen schaffen. Modelle wie das von TNG zeigen mögliche Ansätze – ob sie sich in einem sich weiter verschärfenden Umfeld bewähren, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.