Arbeiten mit flachen Hierarchien
Die Führungskräfte verfolgten zwar keine exakten Jahresziele, es gebe aber ein paar Eckpfeiler, die ihre Art der Leitung erleichterten. "Wir haben zum Beispiel sehr wenige Beförderungsstufen und außer den Geschäftsführern hat auch niemand eine Weisungsbefugnis" , sagt Prinz.
Es sei egal, ob jemand Principal Consultant oder Software Consultant sei, ob jemand erst zehn Wochen oder schon zehn Jahre dabei sei, sagt Prinz. "Man hört einander zu und kennt die Situation des jeweils anderen. Die allermeisten sind Quereinsteiger gewesen. Das heißt, die kennen es, irgendwohin zu kommen und etwas nicht zu verstehen oder nicht einbezogen zu werden ." Damit werde auch die Fragekultur gefördert. Der Anspruch sei immer: lieber fragen, und wenn man es nicht verstanden hat, nochmal fragen. Das gelte in allen Bereichen.
"Wir erzählen, was in der Welt und der Firma los ist"
Wichtig ist den Partnern auch das Thema Transparenz, wie Prinz erklärt: "Wir haben jede Woche ein All-Staff-Meeting, zu dem wir Partner vorn stehen und erzählen, was in der Welt und Firma so los ist und was passiert. Dabei geht es zum Beispiel um Projekt-News, neue Leute, die angefangen haben, Beförderungen oder auch um Richtlinien, die sich geändert haben." Die einzige Grenze liege bei personenbezogenen Daten, sagt Prinz, die dürften aus Datenschutzgründen nicht preisgegeben werden.
Bei der Führung der Mitarbeiter werde zudem auf viel Eigenständigkeit gesetzt. "Unsere Leute wollen nicht micromanaged werden" , erklärt Endres und fügt hinzu: "Es gibt zwar eine Führungsstruktur, aber wir lassen die Zügel ziemlich locker."
Wenn jemand sein erstes Projekt bei TNG bekomme, werde er bis zum erfolgreichen Abschluss geleitet. "Wir haben dann aber keine Projektleiter, sondern lediglich sogenannte Projektansprechpartner" , erklärt Endres. "Und die dürfen relativ frei entscheiden, weil wir sie dazu befähigt haben, in der Regel die richtigen Entscheidungen zu treffen."
Führungskräfte, die anderen den Rücken freihalten
Prinz ist es wichtig, zu betonen, dass der Projektansprechpartner keine hierarchische Position sei, "sondern ein Set an Aufgaben" . Es werde aber eine Person gebraucht, die als Kommunikationskanal zum Kunden fungiere. Auch müsse über organisatorische Themen gesprochen werden und "vielleicht geht auch mal was schief, worüber man dann reden muss" .
Die Idee sei, "dass die Projektansprechpartner der first point of contact sind" , dass sie alle Informationen mitnähmen und in die richtigen Bahnen leiteten, sagt Prinz. Seine eigene Rolle sieht er darin, anderen den Rücken freizuhalten.



