Erfinder des ersten Navigationsgeräts: "Selbstverständlich macht es mich stolz"
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Otmar Pilsak betrachtet EVA, den Elektronischen Verkehrslotsen für Autofahrer, rückblickend als eine Erfindung, die den Weg für alles ebnen sollte, was später im Bereich moderner Navigationssysteme noch kommen würde. Dabei ging es dem heute über 80 Jahre alten ehemaligen Blaupunkt-Mitarbeiter am Anfang nur darum, ein Problem zu lösen.
"Vor dem Hintergrund der Ölpreiskrisen in den 1970er Jahren standen Autofahrer damals vor dem Problem, wie sie mit möglichst wenig Sprit und zeitsparend von einem Ort zum anderen kommen", beschreibt der Ingenieur und gelernte Nachrichtentechniker die Ausgangslage, vor der er und sein Team bei Blaupunkt standen.
Routenplanung per Straßenkarte war aufwendig und stellte viele Menschen, die mit dem Automobil unterwegs waren, vor Probleme. Gerade bei längeren Wegstrecken oder in unbekannter Umgebung glich eine Autofahrt einer modernen Odyssee. Zudem war das Hantieren während der Fahrt mit einer Straßenkarte oder einem Notizzettel, auf dem die Wegbeschreibung stand, nicht ganz ungefährlich.
Die Idee hinter EVA
Pilsak träumte von einer Technologie, die Autofahrer mittels Sprachansagen durch den Straßendschungel ans gewünschte Ziel bringen und dabei auch die aktuelle Verkehrslage berücksichtigen sollte. Dabei sollte immer die zeitlich beste Route gewählt werden. Die Entwicklung eines ersten Prototyps, der so etwas konnte, dauerte etwa vier Jahre. EVA funktionierte damals wie heutige Zielführungssysteme, nur örtlich eingeschränkt auf das Stadtgebiet von Hildesheim.
Ansonsten gab es im Auto ein Eingabegerät. Darüber konnten Fahrer per Zahlencode den Zielort eingeben. Alle Orte samt zugehöriger Zahlencodes standen in einer Liste auf Papier. Nach der Bestätigung des Codes übernahm EVA die Routenführung per Sprachansage.
Das technische Herz von EVA befand sich im Kofferraum. Zur Positionsbestimmung und Routenberechnung griff die Software auf eine digitale Karte von Hildesheim zu. In den Anfängen sollte eine einfache Kompaktkassette als Speichermedium dienen.
Beim ersten Prototyp kam allerdings ein sogenannter EPROM-Speicher zum Einsatz. Er speicherte Daten dauerhaft auch ohne Strom und ließ sich mehrfach löschen und wieder beschreiben. Viel wesentlicher: Der Chip ermöglichte den Zugriff auf die aktuell benötigten Daten in Echtzeit. Die Kassette diente nur zur Dokumentation eines Fehlerprotokolls.



