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Billige Nachahmer chancenlos

Im Jahr 1983 war es dann so weit: Der erste Prototyp von EVA wurde öffentlich vorgestellt(öffnet im neuen Fenster). Die Presse zeigte sich begeistert. "EVA sagt, wo es lang geht", titelte beispielsweise der Stern. Das ZDF widmete ein Jahr später eine Folge seiner Serie Microprozessor/Microcomputer ganz dem ersten autonomen Zielführungssystem EVA(öffnet im neuen Fenster). Während der Dreharbeiten saß Pilsak auf der Rückbank des Fahrzeugs.

Am Erfolg seines Projekts hat er nie gezweifelt, auch wenn der Druck von Unternehmensseite zwischenzeitlich anstieg. "Blaupunkt ist nervös geworden. Das konnte ich sogar verstehen, weil parallel zu unserer Entwicklungsarbeit auch andere Unternehmen in Europa, Japan und den USA an der Entwicklung von Navigationssystemen arbeiteten", beschreibt er die damalige Situation. Diese boten allerdings zum damaligen Zeitpunkt keine Routensuche sowie Zielführung und verfügten nur über eine abgespeckte digitale Karte.

Allerdings waren die Geräte günstiger in der Anschaffung. Blaupunkt befürchtete: Solche Systeme könnten früher auf den Markt kommen. Das Unternehmen arbeitete sogar parallel zu EVA an einem ähnlich einfach gehaltenen Gerät. Doch nach der Markteinführung Ende der 1980er Jahre zeigte sich sehr schnell: Systeme ohne Zielführungsfunktion waren in der Benutzung viel zu kompliziert und fanden deshalb bei der Kundschaft keine Akzeptanz.

Eine Leistung für die Ewigkeit

Aus EVA wurde Mitte der 1990er Jahre der Travelpilot mit satellitengeführter Navigation. Heute gelangen Autofahrer mit Technologie im Hosentaschenformat an ihr Ziel, dank der Integration neuartiger elektrischer Bauteile und der rasanten Entwicklung der Telekommunikationstechnik(öffnet im neuen Fenster).

Das Fundament für all das legte Otmar Pilsak mit seiner Suche nach einer Lösung für das Problem, mit dem Auto kostengünstig von A nach B zu kommen. "Selbstverständlich macht es mich stolz", sagt er. "Allerdings ist mir auch bewusst, zu so einer Entwicklung gehört auch eine Menge Glück."

An der Stelle zitiert er die Redewendung von "Zwergen auf den Schultern von Riesen". Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert und wird dem Philosophen Bernhard von Chartres zugeschrieben. "Dieser bildhafte Vergleich trifft auch auf alle Erfindungen zu", sagt Pilsak: "Weil Neues immer auf Erkenntnissen anderer aufbaut."

Lars Lubienetzki(öffnet im neuen Fenster) arbeitet seit mehr als 30 Jahren als freier Journalist und Texter. Seine Schwerpunkte reichen von den Anfängen des Computerzeitalters bis zu KI-Themen.


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