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Das Gerüst für EVA entsteht

Nun existierte das Grundproblem allerdings immer noch: Der Wunsch nach einer autonomen Navigationslösung, die Autofahrer mit gesprochenen Fahrempfehlungen Schritt für Schritt ans Ziel führt. Doch wie erfindet man etwas, für das es noch überhaupt keine technischen Vorbilder gibt?

"Ich vergleiche die Suche nach einer technischen Lösung mit der Arbeit eines Architekten", sagt Pilsak. "Ein Architekt baut immer wieder neue Häuser, die es vorher in der Form noch nicht gab. Allerdings kennt er Baustoffe, Fenster, Heizungen, Steckdosen und Türen. So ähnlich war das damals bei uns. Es gab kleine Speicherelemente, Mikroprozessoren sowie Ortungssysteme und Verfahren zur Positionsbestimmung, beispielsweise die Koppelortung aus der Seefahrt(öffnet im neuen Fenster)."

So entstand nach und nach das Konzept für EVA, das erste autonome Zielführungssystem. "Weil das Koppelortungsverfahren fehlerbehaftet ist, haben wir die damit festgestellte Position fortlaufend mit dem gespeicherten Straßenverlauf in der digitalen Karte verglichen. Die Koppelortung wurde dann mit der nächstgelegenen Straßenposition fortgesetzt und so Positionsfehler korrigiert."

Funksender als GPS-Vorläufer

Doch das reichte dem EVA-Entwicklerteam nicht. "Weil trotz dieser Korrektur Ortungsfehler nicht komplett vermeidbar gewesen sind, haben wir anfangs für einige Stellen im Straßennetz von Hildesheim an Straßenlaternen sogenannte Bakensender geplant. Das sind Funksender, die per Mikrowelle ihre exakten Positionsdaten und die Fahrtrichtung ins Fahrzeug übertragen. Diese Funktion hat später das im Jahr 1991 in Betrieb genommene Satellitensystem GPS übernommen", erinnert sich Pilsak.

Es gab auch die Überlegung, zusätzliche Informationen zur aktuellen Verkehrslage über die Funksender zu übertragen. Dass sollte dann bei der Routenberechnung berücksichtigt werden. Doch diese Funktion erfüllte später das Autoradio per RDS-TMC, also Radio Data System-Traffic Message Chanel.

Die geringe Speicherkapazität damals verfügbarer Chips führte immer wieder zu Problemen. Jeder Prozess wurde genau durchleuchtet, ob sich nicht noch an irgendeiner Stelle der Speicherbedarf reduzieren ließ. Selbst die Computerstimme konnte nicht so umgesetzt werden wie ursprünglich gewünscht. "EVA sollte eigentlich ihre Anweisungen mit einer weiblichen Stimme geben. Doch leider benötigte eine hohe, weibliche Stimme zu viel Speicher. Deswegen klingt EVA männlich", sagt Pilsak.


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