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Erfahrungsbericht: Kommt ein Kaffee geflogen

Per Smartphone bestellt, selbst ausprobiert: In den Parks von Shenzhen kommen Kaffee oder Burger per Drohne – fast schon normal hier.
/ Peter Steinlechner
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Redakteur Peter Steinlechner mit einem frisch eingeflogenen Kaffee in Shenzhen (Bild: Peter Steinlechner / Golem)
Redakteur Peter Steinlechner mit einem frisch eingeflogenen Kaffee in Shenzhen Bild: Peter Steinlechner / Golem
Inhalt
  1. Erfahrungsbericht: Kommt ein Kaffee geflogen
  2. Essen bestellen kann so einfach sein

Wer hat bei einem Spaziergang durch den Park nicht schon einmal plötzlich Lust auf etwas zu essen oder zu trinken gehabt? Auf einen Hamburger oder Kaffee vielleicht – schnell und ohne Umweg?

In vielen Parks der südchinesischen Millionenstadt Shenzhen lässt sich dieses spontane Bedürfnis inzwischen mithilfe von Hightech erfüllen: Hier kann ich meinen Kaffee per Smartphone bestellen, bezahle mit Wechat Pay (eine Art chinesisches Paypal) und wenige Minuten später senkt sich eine Drohne aus der Luft herab und liefert.

Der Ablauf ist extrem einfach. Über Wechat wähle ich ein Getränk oder Essen aus, in meinem Fall im Bay Park einen Iced Americano. Die Anwendung auf dem Smartphone wirkt wie jede andere Liefer-App auch, mit Produktbildern, Auswahloptionen und einem Button für die Bezahlung.

Im Hintergrund hängt daran allerdings kein klassischer Kurierdienst, sondern ein automatisiertes Drohnen-Netzwerk. Nach wenigen Sekunden ist die Bestellung bestätigt, inklusive geschätzter Lieferzeit und einer Karte mit dem geplanten Flugpfad.

Über mir ist fast immer ein leises Sirren von Drohnen zu hören

Während ich weiter durch den Park in Richtung Abholpunkt schlendere, schaue ich immer wieder nach oben. Die ganze Zeit schon sausen dort Drohnen umher, nach kurzer Zeit dann auch "meine".

Zunächst nur ein kleiner Punkt, dann zunehmend ein klar erkennbares und zuordenbares Fluggerät mit Auslegern und relativ großen Propellern. Es handelt sich um eine klassische Multicopter-Konfiguration, erkennbar ausgelegt auf Stabilität statt Geschwindigkeit.

Die Bauweise der Drohne ist funktional: zentrale Nutzlast unter dem Rumpf, also ein Transportbehälter, der meinen Kaffee vor Wind und Erschütterungen schützt.

Spannend ist allerdings weniger das Fluggerät selbst als das System dahinter. Wie ich inzwischen weiß, navigiert die Drohne nicht einfach nur per GPS von A nach B, sondern nutzt eine Kombination aus Satellitennavigation, lokalen Korrekturdaten und Sensorik zur Hinderniserkennung.

In dicht bebauten Städten wie Shenzhen ist das entscheidend. Gebäude, Bäume und sogar andere Drohnen werden in Echtzeit erkannt und umflogen. Die Flugroute ist nicht frei gewählt, sondern Teil eines vorab definierten Luftkorridors, einer Art unsichtbarer Straße in der Luft, die von den Betreibern überwacht wird.


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