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Erfahrungsbericht: Für längere Strecken braucht Waymo eine Toiletten-Taste!

Landstraße statt nur Innenstadt: Eine fast dreistündige Fahrt mit Waymo zeigt, wo autonome Autos auf längeren Strecken noch Probleme haben.
/ Peter Steinlechner
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Nach ein paar Metern muss Golem-Redakteur Peter auf ein neues Waymo warten. (Bild: Peter Steinlechner / Golem)
Nach ein paar Metern muss Golem-Redakteur Peter auf ein neues Waymo warten. Bild: Peter Steinlechner / Golem
Inhalt
  1. Erfahrungsbericht: Für längere Strecken braucht Waymo eine Toiletten-Taste!
  2. Wo gibt's denn hier was zu essen?

Nach nur 300 Metern ist meine erste geplante lange Fahrt mit einem autonomen Auto auch schon wieder zu Ende – wegen einer technischen Panne. Eigentlich will ich mit einem Waymo von der GDC 2026 in San Francisco zum Hotel für die GTC Nvidia 2026 fahren. Das Robotaxi rollt los, fährt einmal um den Block und bleibt dann am Straßenrand stehen.

Ein paar Sekunden später klingelt mein Handy. Ein freundlicher, wenn auch schwer verständlicher US-Waymo-Mitarbeiter meldet sich. Das Auto könne nicht weiterfahren, aber keine Sorge, Ersatz sei bereits unterwegs.

Ein bisschen hin und her, Gepäck wieder ausladen, das erste Waymo fährt davon. Ein paar Minuten später rollt Ersatz an. Koffer wieder rein, Türen zu, weiter geht's – diesmal ohne Probleme.

Allerdings geht es gemächlich voran. In der App habe ich mich zwar für die sogenannte Autobahn-Beta angemeldet. Freigeschaltet bin ich aber noch nicht. Das bedeutet: keine Highways. Stattdessen fährt das Robotaxi über Land- und Seitenstraßen Richtung Silicon Valley. Teilweise geht es wirklich durchs Grüne.

Das ist hübsch, aber auch lang bis langweilig. Richtig Gas gibt das Fahrzeug nur auf freien, geraden Abschnitten. Ansonsten fährt es sehr defensiv, hält sich strikt an Tempolimits und bremst eher einmal zu früh als zu spät.

Wieder eine Minute früher!

Irgendwann freut man sich über jede Minute, die das System herausholt. Die ursprünglich angezeigte Ankunftszeit von 12:46 Uhr wird unterwegs immer wieder aktualisiert. Am Ende komme ich um 12:39 Uhr an.

Unterwegs wird mir allerdings noch etwas anderes bewusst: Ich habe Durst. Vorsichtshalber habe ich vorher nichts getrunken, denn bei einer zunächst angezeigten Fahrtdauer von rund zweieinhalb Stunden möchte ich nicht plötzlich aufs Klo müssen.

Eine Bordtoilette gibt es natürlich nicht. Wenn es wirklich dringend wird, müsste ich in der App einen Zwischenstopp einlegen, etwa an einem Restaurant an der Strecke und das Beste hoffen.

Eigentlich wäre hier eine eigene Funktion sinnvoll: eine Art Toiletten-Taste. Das System könnte eine Datenbank mit öffentlich zugänglichen Klos nutzen und auf Knopfdruck die nächste geeignete Station ansteuern.

Längere Fahrten sind neu für Waymo(öffnet im neuen Fenster) . Bislang waren Fahrten in San Francisco nur innerhalb eines relativ kleinen Innenstadtgebiets möglich, nicht einmal der Flughafen wurde bedient.


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