Wo gibt's denn hier was zu essen?
Seit kurzem umfasst das Einsatzgebiet praktisch das gesamte Silicon Valley, von San Francisco bis San José, rund 80 Kilometer Entfernung. Sunnyvale liegt kurz davor.
Unterwegs bin ich mit einem der bisherigen Fahrzeuge auf Basis des Jaguar I-Pace. Die neuen, speziell entwickelten Waymo-Autos habe ich zwar schon ein paarmal gesehen, gefahren bin ich damit noch nicht. Soweit ich weiß, werden sie noch nicht regulär eingesetzt.
Neben Toilettenpausen stellt sich auf längeren Fahrten noch eine andere Frage: Wie funktionieren normale Pausen? Grundsätzlich lassen sich Zwischenstopps in der App einlegen. Das Waymo wartet dann, allerdings nur bis zu 30 Minuten.
Und selbst das wirkt etwas vage geregelt: Es kann offenbar passieren, dass das Fahrzeug vorher weiterfährt und später ein anderes Robotaxi die Fahrt fortsetzt.
Für längere Strecken wäre eine entspanntere Lösung sinnvoll. Zum Beispiel kurz durch einen Drive-in fahren, einen Burger holen und danach weiter.
Europäer können offiziell einsteigen
Für Besucher aus Europa gibt es dagegen eine gute Nachricht. Waymo lässt sich inzwischen problemlos nutzen. Bei meiner Probefahrt vor zwei Jahren in San Francisco war das noch komplizierter.
Jetzt lade ich einfach die App, bekomme deutsche Bildschirmtexte angezeigt und bezahle mit Apple Pay, Google Pay oder Kreditkarte. Der bei der Bestellung angezeigte Preis von knapp 90 US-Dollar ist übrigens fix, Trinkgeld ist nicht vorgesehen.
Die Fahrt zieht sich trotz gelegentlich sehenswerter Abschnitte deutlich. Am Ende bin ich fast drei Stunden unterwegs. Ein menschlicher Fahrer würde dieselbe Strecke über den Highway in etwa einer Stunde schaffen.
Am Ende zeigt die mitlaufende Garmin-Uhr noch ein paar Zahlen: Insgesamt dauerte die Fahrt genau 2 Stunden und 55 Minuten. In Bewegung ist das Auto davon nur 1 Stunde und 51 Minuten – der Rest geht für Ampeln und sonstige Stopps drauf (an einem Sonntag). Die durchschnittliche Geschwindigkeit liegt bei 40,3 km/h, in Bewegung bei 86,4 km/h.
Auffällig finde ich übrigens, dass zwischendurch deutlich weniger Waymo-Fahrzeuge unterwegs sind als in San Francisco. Man wird entsprechend öfter von anderen Autofahrern beobachtet. Aggressives Verhalten oder Hupen habe ich allerdings nicht erlebt.
Mein Fazit: Für eine Technologie, die komplett ohne Fahrer unterwegs ist, funktioniert alles erstaunlich gut, trotz der kleinen Probleme nach dem Start. Für wirklich lange Strecken fehlen aber noch ein paar ganz banale Dinge – zum Beispiel die Toiletten-Taste.
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