Erdüberlastungstag: Wir haben die Ressourcen für 2023 verbraucht

Ab dem 2. August lebt die Weltbevölkerung wieder über dem Maß an Ressourcen, die der Planet jährlich zur Verfügung stellen kann. Insgesamt lebten die Menschen aktuell so, als stünden ihnen 1,7-Erden zur Verfügung, teilte die Umweltorganisation Global Footprint Network(öffnet im neuen Fenster) mit.
Im internationalen Vergleich ist Deutschland als Industrienation mit hohem CO2-Ausstoß unter den größeren Verbrauchern. Hierzulande ist der Erdüberlastungstag bereits am 4. Mai erreicht. Am schlechtesten schneidet Katar ab, dort leben die Menschen bereits ab dem 10. Februar über die Verhältnisse. Auch die USA erreichen ihren theoretisch zustehenden Verbrauch schon im März.
Vergleichsweise gut schneiden hingegen einige Schwellenländer ab. Auch China schafft es trotz weiter aufstrebender Industrie immerhin bis zur Jahresmitte, dort war der Überlastungstag in diesem Jahr am 2. Juni. Zuletzt trieb China die Produktion von Solarpanelen für den Ausbau der erneuerbaren Energie stark voran.
Verkehr und klimaschädliche Importe sind problematisch
Deutschland trägt zu den globalen Emissionen vor allem durch die Bereiche Strom, Verkehr und industrielle Landwirtschaft bei. Besonderer Handlungsbedarf besteht laut der Umweltorganisation Germanwatch(öffnet im neuen Fenster) beim Verkehr und Flächenverbrauch durch Importe von Tierfutter, Tropenholz und Biokraftstoffen. Der Flugverkehr ist besonders klimaschädlich, leider aber nicht selten günstiger als Bahnfahren.
Daher fordern Umweltorganisationen eine gerechte Besteuerung des Luftverkehrs, die auch die Umweltbelastung widerspiegelt. Mit den dadurch projizierten Milliardeneinnahmen könne beispielsweise der Bahnverkehr ausgebaut und subventioniert werden. Bei Importen von besonders klimaschädlichen Produkten werden verbindliche Sorgfaltspflichten gefordert, um beispielsweise die Abholzung von Regenwäldern nicht weiter zu fördern.
In den vergangenen 20 Jahren ist der Erdüberlastungstag um rund zwei Monate vorgerückt, der Trend geht also bislang in die falsche Richtung. Lediglich das Jahr 2020 stellte eine leichte Trendwende dar, was aber nicht zuletzt an der beginnenden Coronapandemie lag. Einen anhaltenden Trend in die richtige Richtung gibt es daher noch nicht.



