Der gute Ruf kostet

In seinen Antworten auf den CDP-Fragebogen berücksichtigt Google auch mögliche Reputationsschäden, die bei unzureichenden Anpassungsmaßnahmen für das Unternehmen auftreten könnten. Google wurde im 2018 Best Global Brands Report als die wertvollste globale Marke eingestuft.

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Der mögliche Schaden sei sehr schwer abzuschätzen, heißt es in dem Bericht. Würde der Markenwert um 0,1 Prozent vermindert, entstünde Google ein Schaden von 156 Millionen US-Dollar jährlich. Ein weiteres Risiko besteht in einem veränderten Verbraucherverhalten. So könnten Kunden etwa um ein Prozent weniger Anzeigen schalten, wenn sich das Wirtschaftswachstum um ein Prozent vermindern würde. Google hält es jedoch für schwierig, die Größenordnung dieses Risikos vorherzusagen.

Regulierungsrisiken im Blick

Staatliche Regulierung bewertet Google ebenfalls nach ihren finanziellen Folgen für das Unternehmen. Es wirbt daher im Rahmen seiner Lobbyarbeit für seine Nachhaltigkeitsinitiativen bei lokalen Behörden in der San Francisco Bay Area und anderen Ansiedlungsorten. Auch bei der EU-Kommission stellten sich die Google-Leute zu diesen Themen vor. Den Aufwand für die Lobby-Maßnahmen im Klimabereich beziffert das Unternehmen auf ein bis zwei Millionen US-Dollar jährlich.

Zu wichtigsten Klimarisiken zählt Google eine höhere CO2-Bepreisung, die die Betriebskosten erhöhen würde, was es allerdings kurzfristig für unwahrscheinlich hält. Da Google nur sehr wenige direkte Treibhausgas-Emissionen verursacht, rechnet das Unternehmen nicht damit, von einer CO2-Bepreisung direkt beeinträchtigt zu werden, wohl aber indirekt durch steigende Energiekosten. Für den Betrieb der Rechenzentren beschafft es sich deshalb erneuerbare Energien beziehungsweise produziert diese teilweise selbst, um die CO2-Preisrisiken zu minimieren. Außerdem rechnet es bereits vor der Errichtung eines Rechenzentrums mit einem Schattenpreis für CO2 - und schätzt damit künftige Energiekosten ein.

Energieverbrauch fast wie in Berlin

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2012 setzte es sich das Ziel, seinen gesamten Energieverbrauch zu 100 Prozent auf Basis erneuerbarer Energien jederzeit und an jedem Ort zu decken. An einigen Standorten wie etwa Singapur sind aber noch keine erneuerbaren Energien verfügbar. Dem Bericht zufolge (S. 34) bedeutet das: "Um unser Einkaufsziel von 100% erneuerbaren Energien zu erreichen, kauft Google jährlich die gleiche Menge an Megawattstunden (MWh) erneuerbarer Energie - sowohl die physische Energie als auch die entsprechenden Zertifikate für erneuerbare Energien (RECs) - wie die Menge an Strom, die wir für unseren Betrieb auf der ganzen Welt verbrauchen." (S. 28). Dieses Ziel wird seit 2017 auch erreicht.

Darüber hinaus verweist Google mehrfach darauf, bis Ende 2018 insgesamt 2,5 Milliarden US-Dollar in 34 Projekte für erneuerbare Energien investiert zu haben, die über eine Leistung von 3,75 Gigawatt verfügten. Doch welchen Anteil nun die tatsächlich selbst erzeugten erneuerbaren Energien am Gesamtverbrauch haben, bleibt unbekannt. Dieser betrug 10,6 Terawattstunden (TWh) im Jahr 2018. Zum Vergleich: Die Stromnetz Berlin GmbH verzeichnete im selben Jahr einen Verbrauch von 13,5 Terawattstunden für die Hauptstadt.

Insgesamt gibt Alphabet für das Basisjahr 2018 ein Volumen von 1.210.661 CO2-Tonnen an. Dieser Ausstoß bezieht jedoch nicht nur die Stromkosten, sondern sämtliche Flugreisen und Pendlerverkehre der Mitarbeiter ein. Dennoch bezeichnet sich Google bereits seit 2007 als carbon neutral, da es seine CO2-Emissionen kompensiert und in seine operativen Geschäfte bereits einen CO2-Preis einrechnet.

Über die Höhe des genauen Preises schweigt sich das Unternehmen aus Wettbewerbsgründen aus, ebenfalls über die angewandte Berechnungsmethode. Allerdings geht Google davon aus, bei einem Preis von 14 US-Dollar pro Tonne CO2 jährlich Mehrausgaben in Höhe von 10,5 Millionen US-Dollar zahlen zu müssen. Das bedeutet, dass bislang lediglich 8,6 US-Dollar eingepreist sind. Gutachten in Deutschland (PDF) schlagen aber vor, dass der CO2-Ausstoß deutlich höher bepreist und im Jahr 2030 teilweise bei mehr als 100 Euro pro Tonne liegen sollte.

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 Effizienteres RechnenGoogle hat noch einiges aufzuholen 
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hyperlord 06. Feb 2020

Oh je, ausgerechnet ein Tilo Jung Video und dann auch noch mit Rahmstorf als objektive...

plutoniumsulfat 04. Feb 2020

Also wenn man die oberste Ebene der Aufteilung weglässt, ist es Kommunismus? Ist es auch...

Shismar 03. Feb 2020

Der Artikel bemängelt zwar die Intransparenz in vielen Bereichen, aber beurteilt die...

Shismar 03. Feb 2020

De Artikel ist vollkommen in Ordnung und sehr informativ. Vielleicht sollte er nicht auf...

ImBackAlive 31. Jan 2020

Nein, das stimmt einfach nicht. "Value Chain" Der Kunde ist nicht Teil der"Value Chain...



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