Abo
  • IT-Karriere:

Erbgut: DNA überlebt Ausflug ins All

Kommt das Leben auf der Erde doch aus dem All? Das Erbgut jedenfalls ist robust genug dafür: Es übersteht den Eintritt in die Erdatmosphäre. Das hat auch Auswirkungen auf die Raumfahrt.

Artikel veröffentlicht am ,
Forscher bergen die DNA-Probe: überrascht über die Zahl funktionsfähiger DNA-Molküle
Forscher bergen die DNA-Probe: überrascht über die Zahl funktionsfähiger DNA-Molküle (Bild: Adrian Mettauer)

Wir könnten Außerirdische sein: DNA, die Substanz, die das Erbgut des irdischen Lebens speichert, übersteht den Eintritt in die Erdatmosphäre. Das hat ein Experiment von Wissenschaftlern der Universität Zürich (UZH) gezeigt.

  • Start der Mission Texus-49 am 29. März 2011 (Foto: Astrium)
  • Vor dem Start hatte Cora Thiel die DNA-Probe außen auf die Hülle der Rakete aufgebracht. (Foto: DLR - CC-BY-SA 3.0)
  • Anschließend wurde die Nutzlast-Stufe zur Startrampe gebracht. (Foto: DLR - CC-BY-SA 3.0)
  • Nach der Montage der Triebwerke hob die Rakete vom Startplatz Esrange in Nordschweden ab. (Foto: Adrian Mettauer)
  • Nach der Rückkehr bargen Thiel und Oliver Ullrich die Proben von der Raketenhülle. (Foto: Adrian Mettauer)
Start der Mission Texus-49 am 29. März 2011 (Foto: Astrium)
Stellenmarkt
  1. arxes-tolina GmbH, Berlin
  2. Evonik Nutrition & Care GmbH, Hanau

Der Versuch bestand zusammengefasst darin, einige DNA-Moleküle mit einer Forschungsrakete aus der Atmosphäre zu befördern. Nach der Landung auf der Erde wurde geprüft, ob noch etwas davon übrig war. Beim Wiedereintritt kann es immerhin bis zu 1.000 Grad heiß werden. Erstaunt stellten die Forscher Cora Thiel und Oliver Ullrich fest, dass DNA-Moleküle den Ausflug ins All überlebt hatten.

DNA-Moleküle auf Raketenhülle

Als Testobjekt nahmen Thiel und Ullrich Plasmid-DNA. Das sind kleine, meist ringförmige, doppelsträngige DNA-Moleküle, die beispielsweise in Bakterien vorkommen. Diese trugen die Forscher mit einer Pipette außen auf die Hülle der Rakete auf.

Am 29. März 2011 startete die Forschungsrakete der Mission Texus-49 vom Raumfahrtzentrum Esrange in Nordschweden aus. Nach etwa 20 Minuten landete die Rakete wieder an einem Fallschirm auf dem Boden, und die beiden Forscher aus Zürich konnten ihre Probe bergen. Das Texus-Programm - eine Abkürzung für Technologie-Experimente unter Schwerelosigkeit - ist 1976 vom Forschungs- und Wirtschaftsministerium eingerichtet worden.

DNA kann noch Informationen übertragen

Anschließend werteten sie die Ergebnisse aus und stellten fest, dass nicht nur sehr viele der DNA-Moleküle heil waren. Sie konnten auch noch genetische Informationen in Bakterienzellen und Bindegewebszellen übertragen. "Wir waren völlig überrascht, so viel intakte und funktionell aktive DNA wiederzufinden", resümiert Thiel. Ihre Ergebnisse beschreiben sie und Ullrich in einem Aufsatz im Open-Access-Magazin Plos One.

Das Experiment entsprang einem spontanen Einfall: Thiel und Ullrich wollten bei der Texus-49-Mission in der Rakete gentechnische Experimente mit menschlichen Zellen durchführen. Bei der Vorbereitung entstand Idee, auch auf der Außenhaut der Rakete einige Proben anzubringen, um die Stabilität von Biosignaturen zu testen.

DNA überträgt genetische Informationen

DNA Atmospheric Re-entry Experiment, kurz Dare, haben sie es genannt. Dare habe gezeigt, "dass die genetische Information der DNA grundsätzlich die extremen Bedingungen des Weltraumes und des Eintritts in die dichte Atmosphäre der Erde überstehen kann", sagt Ullrich. Das bedeutet, die Hypothese, dass das Erbgut des irdischen Lebens aus den Tiefen des Alls auf unseren Planeten gekommen sein könnte, ist nicht abwegig. Sie ist ein Grund, weshalb sich Forscher für Himmelskörper wie Asteroiden und Kometen interessieren.

Allerdings folgt aus Dare auch noch etwas anderes: dass die Raumfahrtagenturen sehr große Vorsicht bei der Vorbereitung von Missionen zu anderen Planeten walten lassen müssen. "Das Ergebnis zeigt, dass es gar nicht unwahrscheinlich ist, dass trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Raumfahrzeuge auch DNA irdischen Ursprunges an ihre Landestelle mitbringen können. Das muss man im Griff haben, wenn man nach Leben außerhalb der Erde sucht", sagt Ullrich.



Anzeige
Top-Angebote
  1. ab 1.244,99€ und damit günstiger als bei Apple (Release am 20.09.)
  2. 189,00€
  3. (Restposten und Einzelstücke reduziert)
  4. 64,90€ (zzgl. Versandkosten)

Anonymer Nutzer 28. Nov 2014

Ja diese innere Unruhe habe ich tatsächlich schon bemerkt. Einmal sogar das was du hier...

Anonymer Nutzer 28. Nov 2014

Das wär nicht absurd, sondern schlüssig. Wir würden dann nämlich nicht von hier stammen...

teenriot* 28. Nov 2014

Kometenmaterial stellt ja einen gewissen Schutz da. Wenn Mikroorganismen weit genug im...


Folgen Sie uns
       


Möve Franklin E-Fly Komfort Pedelec - Test

Ein Pedelec, zwei Technologien: geht das gut?

Möve Franklin E-Fly Komfort Pedelec - Test Video aufrufen
Garmin Fenix 6 im Test: Laufzeitmonster mit Sonne im Herzen
Garmin Fenix 6 im Test
Laufzeitmonster mit Sonne im Herzen

Bis zu 24 Tage Akkulaufzeit, im Spezialmodus sogar bis zu 120 Tage: Garmin setzt bei seiner Sport- und Smartwatchserie Fenix 6 konsequent auf Akku-Ausdauer. Beim Ausprobieren haben uns neben einem System zur Stromgewinnung auch neue Energiesparoptionen interessiert.
Ein Test von Peter Steinlechner

  1. Fenix 6 Garmins Premium-Wearable hat ein Pairing-Problem
  2. Wearable Garmin Fenix 6 bekommt Solarstrom

TVs, Konsolen und HDMI 2.1: Wann wir mit 8K rechnen können
TVs, Konsolen und HDMI 2.1
Wann wir mit 8K rechnen können

Ifa 2019 Die Ifa 2019 ist bezüglich 8K nüchtern. Wird die hohe Auflösung wie 4K fast eine Dekade lang eine Nische bleiben? Oder bringen kommende Spielekonsolen und Anschlussstandards die Auflösung schneller als gedacht?
Eine Analyse von Oliver Nickel

  1. Kameras und Fernseher Ein 120-Zoll-TV mit 8K reicht Sharp nicht
  2. Sony ZG9 Erste 8K-Fernseher werden bald verkauft
  3. 8K Sharp schließt sich dem Micro-Four-Thirds-System an

Recruiting: Wenn das eigene Wachstum zur Herausforderung wird
Recruiting
Wenn das eigene Wachstum zur Herausforderung wird

Gerade im IT-Bereich können Unternehmen sehr schnell wachsen. Dabei können der Fachkräftemangel und das schnelle Onboarding von neuen Mitarbeitern zum Problem werden. Wir haben uns bei kleinen Startups und Großkonzernen umgehört, wie sie in so einer Situation mit den Herausforderungen umgehen.
Von Robert Meyer

  1. Recruiting Alle Einstellungsprozesse sind fehlerhaft
  2. LoL Was ein E-Sport-Trainer können muss
  3. IT-Arbeit Was fürs Auge

    •  /