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Era 300 im Hands-on: Sonos zeigt neuen Raumklang-Lautsprecher

Mit dem Era 300 erweitert Sonos das Sortiment smarter Lautsprecher um ein Modell mit Raumklang-Fähigkeiten. Neben einer neuen Steuerung gibt es weitere Verbesserungen.
/ Ingo Pakalski
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Neuer Sonos-Lautsprecher Era 300 im Hands-on (Bild: Sonos)
Neuer Sonos-Lautsprecher Era 300 im Hands-on Bild: Sonos

Parallel zum Sonos-Nachfolger Era 100 hat Sonos mit dem Era 300 einen smarten Lautsprecher vorgestellt, für den es direkt kein Vorgängermodell gibt. Preislich ist er knapp unterhalb des Sonos Five angesiedelt, der weiterhin angeboten wird. Mit der neuen Namensgebung ändert sich einiges an den Funktionen der Sonos-Lautsprecher.

Bisher gab es bei den meisten Sonos-Produkten ganz bewusst keine Bluetooth-Zuspielung; dieses Dogma gibt der Hersteller auf. Bei Akku-Lautsprechern bietet Sonos seit jeher auch eine Bluetooth-Zuspielung, nun auch für die Geräte ohne Akku. Zudem hat Sonos eine neue Bedienung integriert und auch bei True Play gibt es lange vermisste Neuheiten. Erste Informationen zur technischen Ausstattung des Era 300 gab es bereits vor einigen Wochen.

Der Era 300 ist - abgesehen von den Soundbars - der einzige Sonos-Lautsprecher, der Raumklang unterstützt. Er kann also Musik im Format Dolby Atmos abspielen, die dann besonders raumfüllend erklingen soll. Dafür setzt Sonos auf sechs leistungsstarke Treiber, die in einem vergleichsweise ungewöhnlichen Gehäuse stecken. Die Bauform soll optimal für möglichst gute Klangeigenschaften sein.

Era 300 liefert einen ersten guten Klangeindruck

Die Anordnung der Treiber sorgt dafür, dass der Klang nach links, rechts, vorne und oben geleitet werden kann. Damit soll er für die Wiedergabe von Audioinhalten mit Raumklanginformationen geeignet sein. Die Wiedergabe von Material in Dolby Atmos ist nur über die Sonos-App möglich. Aber auch Stereomusik soll damit gut klingen; eine Stereowiedergabe ist damit ebenfalls möglich.

Der Era 300 kommt Ende März auf den Markt, Golem.de konnte ihn bereits ausprobieren. Der erste Eindruck klingt gut, bei Material in Dolby Atmos wird der Raum gut mit Sound gefüllt. Leider konnten wir den Era 300 nicht mit anderen Lautsprechern anhören. Nur im direkten Vergleich lässt sich der Klang eines Lautsprechers sinnvoll beurteilen.

Die Era 300 sind die ersten Sonos-Lautsprecher, die auch als Rücklautsprecher im Zusammenspiel mit einer Sonos-Soundbar Dolby Atmos unterstützen. Das Dolby-Atmos-Erlebnis soll damit bei Filmen noch besser werden. Dabei müssen die Rücklautsprecher lediglich mit Strom versorgt werden, weitere Kabel müssen nicht verlegt werden.

Gelungene Steuerung für Lautsprecher

Beim Era-Lautsprecher hat sich Sonos für eine Lautstärkeregelung entschieden, die uns gut gefällt. Es gibt ein sehr breites Sensorfeld zur Lautstärkeregelung und durch Wischen darüber lässt sich die Lautstärke sogar in großen Schritten sehr schnell anpassen. Das ist sonst so nur mit einem Drehrad möglich. Beim ersten Ausprobieren gelingt das immer schnell und zuverlässig.

Außerdem kann durch Tippen auf das Sensorfeld die Lautstärke angepasst werden. Als weitere Neuerung bei der Steuerung gibt es nun spezielle Tasten am Lautsprecher, um ein Lied vor- oder zurückspringen zu können.

Die Era-Lautsprecher liefern neue Anschlussmöglichkeiten - zum Teil aber nur gegen Aufpreis.

Era 300 kann Bluetooth

Der Era 300 unterstützt Apples Airplay 2, während Googles Cast-Protokoll weiterhin nicht geboten wird. Als weitere Drahtlostechnik steht nun Bluetooth zur Verfügung. In älteren Produkten des Unternehmens ohne Akku wird keine Bluetooth-Unterstützung geboten.

Zudem besitzt der Lautsprecher eine USB-C-Buchse und mit Hilfe von Zubehör kann bei Bedarf kabelgebunden Musik abgespielt werden. Der Era 300 besitzt keinen Ethernet-Anschluss mehr, der sonst bei Sonos-Produkten üblicherweise Standard ist. Er ist über ein Adapterkabel nachrüstbar - und als kostenpflichtiges Zubehör verfügbar. Das neue Modell unterstützt Wi-Fi 6 für eine bessere WLAN-Anbindung.

Der Era-Lautsprecher hat Mikrofone eingebaut, die unter anderem für die Sprachsteuerung verwendet werden können. Der neue smarte Lautsprecher unterscheidet sich aber von den bisherigen Sonos-Produkten, die wahlweise mit Amazons Alexa oder Google Assistant betrieben werden können. Beim Google Assistant verbietet Google Anbietern den gleichzeitigen Betrieb mit einer anderen Sprachsteuerung .

Era-Lautsprecher nur noch mit Alexa-Sprachsteuerung

Die Unterstützung von Google Assistant gibt es bei den Era-Modellen nicht mehr, erklärte Sonos Golem.de auf Nachfrage: "Google hat die technischen Anforderungen für Google Assistant auf den Geräten von Drittanbietern geändert." Damit kann derzeit nur noch Alexa zur Sprachsteuerung verwendet werden. Ob eine Unterstützung für Google Assistant später nachgereicht wird, ist nicht bekannt. Bisherige Sonos-Produkte böten weiterhin Alexa und Google Assistant, versichert Sonos.

Unter anderem in den USA wird es parallel zu Alexa die Sonos-eigene Sprachsteuerung geben. Auf Nachfrage erklärte Sonos, dass es noch keinen Termin gibt, wann diese in deutscher Version verfügbar sein wird. Wer mag, soll die Sonos-eigene Sprachsteuerung in englischer Sprache bereits in Deutschland nutzen können.

Wie bisher hat der Lautsprecher eine Taste, um die Mikrofone zeitweise zu deaktivieren. Neu ist bei den Era-Modellen ein weiterer Hardware-Schalter auf der Rückseite, mit dem sich die Mikrofone dauerhaft deaktivieren lassen, falls die Sprachsteuerung generell nicht genutzt wird.

True-Play-Aktivierung über die eingebauten Mikrofone

Die im Lautsprecher enthaltenen Mikrofone können erstmals auch für True Play verwendet werden. Das hatte sich Golem.de bereits seit der Einführung des Sonos One gewünscht. True Play heißt die Sonos-Funktion, um den Lautsprecher an die Raumakustik anzupassen. Bisher war eine True-Play-Einrichtung nur mit einem Apple-Produkt möglich. Dafür muss jemand mit dem Gerät in der Hand durch den Raum laufen. Diese Möglichkeit der Einmessung steht weiterhin bereit und soll laut Sonos noch immer die besten Ergebnisse liefern.

Parallel dazu kann die Raumakustik beim Era 300 gemessen werden, indem die Mikrofone der Lautsprecher verwendet werden. Die Einmessung wird durch die Sonos-App angestoßen und erfolgt nicht automatisiert während des Betriebs wie bei den Akku-Produkten des Herstellers.

Es ist davon auszugehen, dass die manuelle Einmessung bessere Ergebnisse liefert als die Automatik. Mit der Nutzung der Lautsprechermikrofone können nun auch Android-Nutzer die Sonos-Lautsprecher einmessen. Bisher hat der Hersteller nach eigener Aussage keine Pläne, die Funktion für ältere Produkte anzubieten. Das erfuhr Golem.de auf Nachfrage.

Era 300 wird Ende März geliefert

Besonderheiten des Sonos-Systems sind unter anderem das gut abgestimmte Multiroom-System und die Unterstützung von 140 unterschiedlichen Musikstreamingdiensten(öffnet im neuen Fenster) . Wie gehabt werden die Lautsprecher unter anderem über die entsprechende Sonos-App gesteuert.

Sonos will den smarten Lautsprecher Era 300(öffnet im neuen Fenster) für 500 Euro am 28. März 2023 auf den Markt bringen. Das neue Modell wird in Weiß und Schwarz angeboten. Zum Vergleich: Den Sonos Five gibt es weiterhin, er kostet 650 Euro. Der Line-In-Adapter wird für 25 Euro verkauft, für 45 Euro ist der Combo-Adapter geplant, der Ethernet und Line-In bietet. Auch das Zubehör soll es jeweils in Weiß und Schwarz geben.

Fazit

Der Era 300 ist für Sonos-Kunden eine willkommene Bereicherung des Sortiments: Nun gibt es nicht nur Soundbars von Sonos mit Unterstützung für Raumklang-Wiedergabe. Die neue Steuerung weiß zu überzeugen, vor allem bei der Justage der Lautstärke hat sich Sonos etwas Pfiffiges einfallen lassen. Es ist erfreulich, dass der Era 300 auch eine Bluetooth-Zuspielung bietet und bei der True-Play-Einmessung universeller wird. Weniger gut gefällt uns das Fehlen des Google Assistant und die Einsparung des Ethernet-Anschlusses, der sich nur noch als Zubehör nachrüsten lässt.


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