Era 100 im Hands-on: Nachfolger des Sonos One hat Bluetooth und nur noch Alexa

Neues Gehäuse, verbesserter Klang und eine neuartige Steuerung. Das verspricht Sonos für den neuen smarten Lautsprecher Era 100, dem Nachfolgemodell des Sonos One. Parallel zum Era 100 hat Sonos mit dem Era 300 einen größeren smarten Lautsprecher vorgestellt, der Raumklang-Eigenschaften erfüllt. Es sind die ersten Sonos-Lautsprecher ohne Akku, die die eingebauten Mikrofone zur Anpassung des Klangs an die Raumgegebenheiten nutzen und eine Bluetooth-Zuspielung bieten.
Erste Informationen zur technischen Ausstattung des Era 100 gab es bereits vor einigen Wochen. Auf den Markt kommt er Ende März, Golem.de konnte den leicht ovalen Era 100 bereits ausprobieren.
Der erste Eindruck ist vielversprechend, uns gefällt der Klang, der nun in Stereo erschallt. Im Vergleich zum Vorgängermodell gibt es daher zwei abgewinkelte Hochtöner und ein größerer Mitteltöner wurde eingebaut. Leider konnten wir den Era 100 nicht mit anderen Lautsprechern anhören. Nur im direkten Vergleich lässt sich der Klang eines Lautsprechers sinnvoll beurteilen.
Era 100 hat mehr Anschlussmöglichkeiten
Mit den beiden neuen Era-Modellen gibt Sonos seine Ignoranz gegenüber Bluetooth auf: Es sind die ersten Sonos-Lautsprecher ohne Akku, die eine Bluetooth-Zuspielung bieten. Weiterhin ist Apples Airplay 2 vorhanden, aber Google Cast fehlt auch bei den neuen Modellen.
Zudem gibt es eine USB-C-Buchse und mit Hilfe von Zubehör kann bei Bedarf kabelgebunden Musik abgespielt werden. Der Era 100 hat, anders als der Sonos One, keinen Ethernet-Anschluss mehr. Er ist über ein Adapterkabel nachrüstbar - und als kostenpflichtiges Zubehör verfügbar. Das neue Modell unterstützt Wi-Fi 6 für eine bessere WLAN-Anbindung.































Beim neuen Era-Modell hat sich Sonos für eine neuartige Steuerung entschieden. Es gibt nun gesonderte Tasten, um ein Lied vor- oder zurückspringen zu können. Außerdem wurde ein sehr breites Sensorfeld zur Lautstärkeregelung integriert. Durch Wischen darüber lässt sich die Lautstärke auch in großen Schritten sehr schnell ändern - wie es sonst nur mit einem Drehrad möglich ist. Beim ersten Ausprobieren gelingt das immer schnell und zuverlässig. Außerdem kann durch Tippen auf das Sensorfeld die Lautstärke angepasst werden.
Der Era 100 hat Mikrofone eingebaut, die unter anderem für die Sprachsteuerung verwendet werden können.
Era 100 erlaubt nur noch Alexa-Sprachsteuerung
Sonos unterstützt bisher Alexa und Google Assistant. Das ändert sich mit den neuen Era-Modellen. Sonos erklärte Golem.de auf Nachfrage, dass Google "die technischen Anforderungen für Google Assistant auf den Geräten von Drittanbietern geändert" habe. Daher kommen die Era-Modelle vorerst ohne Unterstützung für Google Assistant auf den Markt. Bisherige Sonos-Lautsprecher werden weiterhin Alexa und Google Assistant bieten. Beim Google Assistant verbietet Google Anbietern den gleichzeitigen Betrieb mit einer anderen Sprachsteuerung .
Unter anderem in den USA wird es die Sonos-eigene Sprachsteuerung geben, die weiterhin nicht für Deutschland verfügbar ist. Auf Nachfrage erklärte Sonos, dass es noch keinen Termin gebe, wann die Sonos-eigene Sprachsteuerung in deutscher Version verfügbar sein wird. Wer mag, soll die Sonos-Sprachsteuerung in englischer Sprache bereits in Deutschland nutzen können.
Wie bisher gibt es eine Taste am Lautsprecher, um die Mikrofone zeitweise zu deaktivieren. Neu ist ein Hardwareschalter auf der Rückseite, mit dem sich die Mikrofone dauerhaft deaktivieren lassen, falls die Sprachsteuerung generell nicht genutzt wird.
True-Play-Aktivierung über die eingebauten Mikrofone
Die Mikrofone der Lautsprecher können erstmals auch für True Play verwendet werden. So nennt Sonos das System, um den Lautsprecher an die Raumakustik anzupassen. Bisher war eine True-Play-Einrichtung nur mit einem Apple-Produkt möglich. Dafür musste mit dem Gerät in der Hand durch den Raum gegangen werden. Diese Möglichkeit steht weiterhin bereit und soll laut Sonos noch immer die besten Ergebnisse liefern.































Parallel dazu kann die Raumakustik gemessen werden, indem die Mikrofone der Lautsprecher verwendet werden. Dadurch können auch Android-Nutzer die Sonos-Lautsprecher einmessen. Golem.de hat bei Sonos nachgefragt, ob auch andere mit Mikrofonen ausgestattete Sonos-Lautsprecher diese Funktion bekommen werden. Bisher hat der Hersteller nach eigener Aussage keine Pläne, sie für ältere Produkte anzubieten.
Era 100 kommt Ende März
Besonderheiten des Sonos-Systems sind unter anderem das gut abgestimmte Multiroom-System und die Unterstützung von 140 unterschiedlichen Musikstreamingdiensten(öffnet im neuen Fenster) . Wie gehabt werden die Lautsprecher unter anderem über die entsprechende Sonos-App gesteuert. Die Era 100 können als Rücklautsprecher für eine Sonos-Soundbar verwendet werden. Dabei müssen die Rücklautsprecher lediglich mit Strom versorgt werden, weitere Kabel müssen nicht verlegt werden.
Sonos will den Era 100(öffnet im neuen Fenster) in Weiß und Schwarz für 280 Euro am 28. März 2023 auf den Markt bringen. Im Vergleich zum Vorgängermodell ist das eine Preiserhöhung von 50 Euro - der Listenpreis des Sonos One liegt derzeit bei 230 Euro. Der Line-In-Adapter wird für 25 Euro angeboten; für 45 Euro ist der Combo-Adapter geplant, der Ethernet und Line-In bietet. Auch das Zubehör ist jeweils in Weiß und Schwarz erhältlich.
Fazit
Der Era 100 hat sinnvolle Verbesserungen im Vergleich zum Sonos One erhalten und erscheint uns beim ersten Ausprobieren als gelungene Weiterentwicklung. Uns gefällt die Bluetooth-Unterstützung und die neue Steuerung. Endlich lässt sich Trueplay auch ohne Apple-Gerät einmessen. Zudem gefällt uns der Klang. Etwas schade ist die Entscheidung von Sonos, den Ethernet-Anschluss nur noch mit Zubehör zu erlauben. Auch der Wegfall für Google Assistant ist nicht für alle ein Vorteil.



