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Epyc 7J13: AMDs kaum bekannte Cloud-CPU mit Zen-3-Architektur

Bereits vor Bergamo hatte AMD für Cloud-Anbieter angepasste Prozessoren im Portfolio. Diese Zen-3-Epycs sind allerdings schwer zu finden.

Artikel veröffentlicht am , Johannes Hiltscher
AMD hat bei seinen Zen-3-Epycs mindestens ein ungeliebtes Kind - zumindest gibt es den Epyc 7J13 offiziell nicht. (Bild: AMD)

Gelegentlich macht man unerwartete Entdeckungen: Der Betreiber des Blogs Chips and Cheese wollte eigentlich Mikro-Benchmarks auf Nvidias A100 laufen lassen, stolperte dann aber über den Prozessor des bei Lambda Labs gemieteten Cloudsystems. Denn offiziell gibt es den dort verbauten Epyc 7J13 von AMD gar nicht – zumindest taucht er auf der Produktseite nicht auf.

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Der Blogger tat also das Naheliegende: Er ließ Benchmarks laufen, um herauszufinden, wie sich der Prozessor vom Zen-3-Spitzenmodell Epyc 7763 unterscheidet. Beide haben 64 Kerne, die jeweils zwei Threads abarbeiten können.

Der neu entdeckte 7J13 weist allerdings eine deutlich höhere Latenz des L2-Cache auf: Der 7763 benötigt 12 Takte, um Daten von hier zu lesen, der 7J13 braucht mit 20 Takten ganze 75 Prozent länger. Auch beim L3-Cache dauert der Zugriff acht Takte länger, relativ gesehen ist der Unterschied mit knapp 17 Prozent aber deutlich kleiner. Für Zugriffe auf den RAM benötigen beide Prozessoren gleich lang.

So unbekannt, wie der Blogger vermutet, ist der Epyc 7J13 allerdings nicht: Oracle kündigte im März 2021 seine E4-Instanzen an, in denen der Prozessor verbaut ist. Hier erfahren wir auch, dass der Basistakt bei 2,55 GHz liegt, der Boost-Takt bei 3,5 GHz. Bei Twitter findet sich sogar ein Foto des Package (unten eingebunden).

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Ein Testlauf für Bergamo?

Unklar ist, warum AMD den 7J13 auf den Markt brachte. Chips and Cheese mutmaßt, es handele sich um eine Variante des Epyc 7763 mit geringerer Leistungsaufnahme. Dafür nähmen Cloudbetreiber die höhere L2-Latenz in Kauf. Bei Twitter finden wir die Thermal Design Power (TDP) mit 280 Watt angegeben, allerdings ohne Belege. Klar ist jetzt aber: AMD hat die Prozessoren nicht exklusiv für Oracle entwickelt.

Anders als bei den ebenfalls für Cloudanbieter entwickelten Bergamo-Epycs mit Zen-4-Architektur scheinen die Unterschiede allerdings klein zu sein. Die Epyc 7003 brachte AMD erst im März 2021 auf den Markt, zeitgleich stellte Oracle die E4-Instanz vor. Zwischen Genoa und Bergamo hingegen verging über ein halbes Jahr.