Epyc 4004: AMD bringt neue Epycs für Einstiegsserver

Trotz Virtualisierung bleibt die Nachfrage nach kleinen Servern hoch - das zeigen laut AMD Anfragen von Hardwarepartnern. Um diesen Markt nicht Intel mit seinen Xeon-E-Prozessoren(öffnet im neuen Fenster) zu überlassen, hat AMD heute die Epyc-4004-Reihe vorgestellt.
Dass der Name an Intels ersten Mikroprozessor (g+) erinnert, dürfte allerdings Zufall sein. Gedacht sind die Prozessoren für kleine Web- oder Entwicklungsserver, sie sollen zudem günstige Lizenzen für Windows-Server nutzbar machen.
AMD hebt insbesondere den vergleichsweise geringen Preis der Prozessoren hervor: Los geht es ab 149 US-Dollar für den 4124P mit vier Kernen, für die Spitzenmodelle 4564P und 4584PX verlangt der Anbieter je 699 US-Dollar.
Beim Blick auf die technischen Daten der Prozessoren fällt auf: Sie gleichen exakt denen der Ryzen 7000 ( Test ). Wie bei den Desktop-CPUs gibt es zwei DDR5-5.200-Speicherkanäle, 28 PCIe-5.0-Lanes und dank 3D V-Cache bei den X-Modellen bis zu 128 MByte L3-Cache. Entsprechend nutzen auch die Epyc 4004 den Sockel AM5.
Mehr Sicherheitsfeatures
Ein paar weitergehende, für den professionellen Einsatz interessante Funktionen hat AMD den Epycs allerdings spendiert: Software-RAID und den bereits von den Ryzen Pro bekannten Sicherheits-Chip sowie die transparente Speicherverschlüsselung TSME.
Letztere beherrschen zwar alle neueren Ryzen-CPUs, wie auch den Umgang mit ECC-Speicherschutz, den AMD bei den Epycs hervorhebt. Allerdings unterstützt diese Feature nicht jedes UEFI, so dass sie bei Desktop-CPUs oft nicht nutzbar sind.
Auch ein Baseboard Management Controller (BMC) ist explizit vorgesehen - allerdings brachte Asrock bereits für die Ryzen 5000 ein Mainboard mit BMC(öffnet im neuen Fenster) auf den Markt. Dass hierfür eine Anpassung an der Prozessorfirmware erforderlich ist, erscheint damit unwahrscheinlich.
| Zen-4-Kerne | L3 Cache | TDP | Basistakt | Boost-Takt | Preis | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Epyc 4584PX | 16 | 128 MByte | 120 Watt | 4,2 GHz | 5,7 GHz | 699 US-Dollar |
| Epyc 4564P | 16 | 64 MByte | 170 Watt | 4,5 GHz | 5,7 GHz | 699 US-Dollar |
| Epyc 4484PX | 12 | 128 MByte | 120 Watt | 4,4 GHz | 5,6 GHz | 599 US-Dollar |
| Epyc 4464P | 12 | 64 MByte | 65 Watt | 3,7 GHz | 5,4 GHz | 429 US-Dollar |
| Epyc 4364P | 8 | 32 MByte | 105 Watt | 4,5 GHz | 5,4 GHz | 399 US-Dollar |
| Epyc 4344P | 8 | 32 MByte | 65 Watt | 3,8 GHz | 5,3 GHz | 329 US-Dollar |
| Epyc 4244P | 6 | 32 MByte | 65 Watt | 3,8 GHz | 5,1 GHz | 229 US-Dollar |
| Epyc 4124P | 4 | 16 MByte | 65 Watt | 3,8 GHz | 5,1 GHz | 149 US-Dollar |
Laut AMD sollen die Epyc 4004 dank besserer Energieeffizienz, höherer Leistung, mehr verfügbarer Kerne und geringeren Preisen für Kunden deutlich attraktiver sein als Intels aktuelle Xeon E. Die basieren auf der Raptor-Lake-Architektur und werden noch im alten Intel-7-Prozess gefertigt.
Breite Unterstützung
Auch wenn die Epyc 4004 physisch in ein Desktop-Mainboard passen, wirklich sinnvoll ist ihr Einsatz nur in speziellen Server-Mainboards. Die wollen laut AMD mit Asrock Rack, Gigabyte, Lenovo, MSI, Supermicro und Tyan alle relevanten Hersteller anbieten. Auch beim Cloudanbieter OVH sollen die Epyc 4004 als Dedicated Server ins Angebot kommen. Laut AMD sind die neuen Prozessoren ab sofort verfügbar.



