• IT-Karriere:
  • Services:

ePrivacy-Verordnung: Whatsapp und Voice-over-IP sollen besser geschützt werden

Mehr Datenschutz für Whatsapp und Skype, außerdem einfachere Regeln für den Umgang mit Cookies - das fordert die EU-Kommission in ihrem Konzept zur Neufassung der ePrivacy-Verordnung. Kritik kommt von Bürgerrechtlern und aus der Wirtschaft.

Artikel veröffentlicht am ,
Das Hauptgebäude der EU-Kommission in Brüssel
Das Hauptgebäude der EU-Kommission in Brüssel (Bild: Dr Murali Mohan Gurram/CC-BY-SA 3.0)

Die EU-Kommission hat heute ihren Entwurf zur Überarbeitung der ePrivacy-Verordnung vorgelegt. Damit reagiert die Kommission vor allem auf Überarbeitungsbedarf, der sich aus der neuen Datenschutzgrundverordnung ergibt, die ab 2018 in Kraft tritt. Betroffen sind der Datenschutz bei Chat- und Voice-over-IP-Anwendungen und die Regeln für Cookies und Werbung.

Stellenmarkt
  1. comuny GmbH, Weinheim
  2. Witzenmann GmbH, Pforzheim

Aktivisten sehen in dem derzeitigen Entwurf einige Fortschritte im Vergleich zu einer früheren Fassung des Dokuments, aus der Wirtschaft kommt hingegen Kritik und die Warnung vor zu weitgehender Regulierung. Die ePrivacy-Richtlinie soll künftig durch eine direkt anwendbare Verordnung ersetzt werden. Europäisches Parlament und Mitgliedsstaaten werden die Regeln nun beraten und verabschieden.

Umgang mit Cookies soll einfacher werden

Die EU-Kommission will unter anderem den Umgang mit Cookies vereinfachen. Derzeit müssen Webseitenbetreiber bei der Verwendung von Cookies entsprechende Warnmeldungen anzeigen, die die Nutzer per Klick bestätigen oder ignorieren. Künftig soll für Cookies, "die keine Gefährdung der Privatsphäre darstellen", keine explizite Zustimmung der Nutzer mehr notwendig sein, andere Regeln rund um Cookies sollen "gestrafft" werden. Auch Cookies, die rein der Erhebung der Nutzerzahlen einer Webseite dienen, sollen nicht mehr zustimmungspflichtig sein.

Mit der Verordnung soll auch der Versand von Spam gänzlich untersagt werden, wenn der Nutzer nicht in den Empfang eingewilligt hat. Das gilt für verschiedene Kommunikationsformen wie E-Mail, SMS und "im Prinzip auch" für Telefonanrufe, wie die Kommission schreibt. Die Mitgliedsstaaten sollen regeln können, dass Nutzer die Möglichkeit bekommen, sich auf einer Sperrliste gegen unerwünschte Werbeanrufe einzutragen. Außerdem muss grundsätzlich die Rufnummernanzeige aktiviert werden, durch eine spezielle Vorwahl soll außerdem von vornherein ersichtlich sein, dass es sich bei dem Anruf um Telefonmarketing handelt.

Die Reform des Datenschutzrechts wird komplett

Auch der Anwendungsbereich der Regeln soll ausgeweitet werden, künftig fallen auch moderne Kommunikationsdienste wie Whatsapp, Skype und andere Voice-over-IP-Dienste unter die gleichen Regeln wie klassische Telekommunikationsanbieter. Der Grüne Europaabgeordnete Jan Philipp Albrecht begrüßt die Regeln im Prinzip. Er sagte: "Mit diesen Vorschlägen macht die Europäische Kommission die Reform des Datenschutzrechts komplett. Es war ein längst überfälliger Schritt ins digitale Zeitalter, die Datenschutzregeln für elektronische Kommunikation auch auf Dienste wie Skype oder Whatsapp anzuwenden."

Im Detail sieht er aber Nachbesserungsbedarf, denn "Anbieter elektronischer Kommunikation sollen in Zukunft die Daten der Nutzer verfolgen und für kommerzielle Zwecke nutzen dürfen, solange die Betroffenen dies nicht ausdrücklich verbieten." Damit bleibe die Erfassung des Surf-Verhaltens oder der App-Nutzung nach Zustimmung erlaubt.

Auch die Organisation European Digital Rights sieht noch Nachbesserungsbedarf. Immerhin habe die Kommission "den extremsten Wünschen aus einigen Bereichen der Industrie" widerstanden, der heutige Text sei deutlich besser als ein geleaktes Dokument aus dem vergangenen Herbst. Um das Vertrauen in digitale Kommunikation wirklich zu verbessern, sei aber noch viel zu tun, sagte Joe Mc Namee, Geschäftsführer der Organisation, Golem.de. Eine detaillierte Analyse des Entwurfes soll demnächst folgen. Tatsächlich hatte eine Allianz von Tech-Firmen die weitgehende Abschaffung der ePrivacy-Verordnung gefordert, diese sei nicht mehr notwendig.

Auch der IT-Industrieverband Bitkom begrüßt den Entwurf grundsätzlich, einheitliche Regelungen für die Wirtschaft seien sinnvoll. Problematisch seien aber "Parallelregeln" zur bestehenden Datenschutz-Grundverordnung. "Die kürzlich beschlossene Datenschutz-Grundverordnung (DSGV) etabliert bereits ein flächendeckend hohes Datenschutzniveau", sagte Susanne Dehmel, die beim Bitkom den Bereich Datenschutz und Sicherheit verantwortet.

In der Neufassung der ePrivacy-Verordnung würden "nun für viele digitale Dienste davon abweichende Regeln vorgeschlagen". Das sei "aus Sicht der Digitalwirtschaft nicht notwendig und führt zu neuen Rechtsunsicherheiten". Insbesondere im Bereich der Einwilligung in die Datenverarbeitung gebe es abweichende Regelungen, in einigen Bereichen würde diese Einwilligung "eine Datenverarbeitung in vielen Fällen komplizierter oder nahezu unmöglich" machen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 14,99€ (Bestpreis)
  2. Tom Clancy's Rainbow Six Siege für 7,99€, Assassin's Creed Odyssey für 17,99€, Far Cry 5 für...
  3. 24,99€ (PS4 und Xbox One)
  4. (-78%) 2,15€

Cok3.Zer0 11. Jan 2017

Ok, anders ausgedrückt: Es gibt eine Diskrepanz zwischen der Durchsetzung und Kontrolle...

My1 11. Jan 2017

wer sagt denn dass die sperrliste öffentlich ist. es kann ja heißen dass bspw nur der...

mrgenie 11. Jan 2017

Die bauen immer eine Backdoor ein! Hat man US Dienste ist Kritik an die EU/Russland/China...

Laforma 10. Jan 2017

scheint irgendwie jedes aktuelle voip geraet zu unterstuetzen: http://www.idealo.de...

David64Bit 10. Jan 2017

kwt...noch nicht.


Folgen Sie uns
       


Kuschelroboter Lovot angesehen (CES 2020)

Lovot ist ein kleiner Roboter, der bei seinem Besitzer für gute Stimmung sorgen soll. Er lässt sich streicheln und reagiert mit freudigen Geräuschen.

Kuschelroboter Lovot angesehen (CES 2020) Video aufrufen
Big Blue Button: Wie CCC-Urgesteine gegen Teams und Zoom kämpfen
Big Blue Button
Wie CCC-Urgesteine gegen Teams und Zoom kämpfen

Ein Verein aus dem Umfeld des CCC zeigt in Berlin, wie sich Schulen mit Open Source digitalisieren lassen. Schüler, Eltern und Lehrer sind begeistert.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Mint-Allianz Wir bleiben schlau! Wir bleiben unwissend!
  2. Programmieren lernen Informatik-Apps für Kinder sind oft zu komplex

Core i9-10900K & Core i5-10600K im Test: Die Letzten ihrer Art
Core i9-10900K & Core i5-10600K im Test
Die Letzten ihrer Art

Noch einmal 14 nm und Skylake-Architektur: Intel holt alles aus der CPU-Technik heraus, was 250 Watt rein für die CPU bedeutet.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Comet Lake Intels vPro-Chips takten höher
  2. Comet Lake S Intel tritt mit 250-Watt-Boost und zehn Kernen an
  3. Core i7-10875H im Test Comet Lake glüht nur auf einem Kern

Change-Management: Wie man Mitarbeiter mitnimmt
Change-Management
Wie man Mitarbeiter mitnimmt

Wenn eine Firma neue Software einführt oder Prozesse digitalisiert, stößt sie intern oft auf Skepsis. Häufig heißt es dann, man müsse "die Mitarbeiter mitnehmen" - aber wie?
Von Markus Kammermeier

  1. Digitalisierung in Deutschland Wer stand hier "auf der Leitung"?
  2. Workflows Wenn Digitalisierung aus 2 Papierseiten 20 macht
  3. Digitalisierung Aber das Faxgerät muss bleiben!

    •  /